Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

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Loulou
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Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Loulou » So 11. Aug 2019, 14:17

Liebe Kundige in Rechtsfragen!
Ist es statthaft (legal), wenn Halter kleiner Wiederkäuer (Schaf, Ziege) den Kadaver eines Muttertieres, das wegen Absterbens der Föten
euthanasiert wurde, selbst öffnen, um sich ein Bild von der Lage und Beschaffenheit im Uterus zu machen?
Oder gibt es (außer im Seuchenfall) Gesetze oder Verordnungen, die dies in Deutschland audrücklich untersagen?

Daß Eigenschlachtung mit Sachkundenachweis erlaubt ist, glaube ich dem Forum entnehmen zu können.

Ist Eigenbestattung ( 1,50 m tief u. mit Branntkalk satt bestreut) noch statthaft?

Vielen Dank

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Henry
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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Henry » So 11. Aug 2019, 19:38

Blicke ins TierKBG insbesondere Paragraph 13. „Nicht öffnen“

Landssrecht kann abweichen. Beseitigungspflicht in TKBA ist der Normalfall für Klauentiere.

Für die Hausschlachtung bedarf es der Sachkunde, nur für die gewerbliche Schlachtung ist deren Nachweis notwendig.
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Loulou
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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Loulou » So 11. Aug 2019, 20:13

Vielen Dank, Henry.

Fröschchen
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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Fröschchen » Mo 12. Aug 2019, 17:33

Öffnen sehe ich jetzt nicht so als das Problem, mehr den Aufwand (und dessen End-Ergebnis) des unter die Erde bringens:

Spateln in steinhartem Boden: Loch 2x2x2 m, zufüllen und verdichten gehen locker 2 Stunden drauf.
Am nächsten Tag Loch aufgebuddelt und Schaf weg (2x erlebt).
Und des Täters Erinnerung: Dort gibts doch eventuell wieder was? (Oder wie weit willst Du fahren?)

Bei uns kostet die Abholung eines Schafs unter 20 €, eines Lamms unter 17 €. Nächsttägig. Wenn der Fall, laß ich abholen.

LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Schafhüterin » Mo 12. Aug 2019, 19:59

Bin in der Tierseuchenkasse.

Tierkörperbeseitigung hat schon einen Bock ohne Kopf mitgenommen.

Bei uns wollen die sogar, dass das Tier in einer (Müll)-Tonne ist, wegen der Körperflüssigkeiten, damit sie diese nur noch in den Laster reinkippen müssen, wie bei der Müllabfuhr. Pferd natürlich nicht.

Da wird weder nach einer Ohrmarken, oder sonst was gekuckt.
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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Henry » Mo 12. Aug 2019, 21:09

Es ist in aller Regel schlicht verboten! Sowohl das Öffnen (Abhäuten Abtrennen ...) als auch eine andere Entsorgung als die Abgabe an die TKBA.

Das muß man nur wissen.

Ein (geöffnetes) Jungschaf von ca. 40kg brennt auf viel Holz in der Feuertonne ca. 1,5h und hinterläßt dann nur wenig geformte Kalkbröckchen.
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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von smallfarmer » Di 13. Aug 2019, 09:23

Wenn man dem boesen Wolf die sieben Geißlein rausgeschnitten hat, brennt der bestimmt genau so schnell :prost:

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Re: Rechtliches zur Obduktion nach Euthanasie

Beitrag von Stockmann » Di 13. Aug 2019, 10:07

smallfarmer hat geschrieben:Wenn man dem boesen Wolf die sieben Geißlein rausgeschnitten hat, brennt der bestimmt genau so schnell :prost:
Was wird gefordert? Wir müssen wieder lernen mit dem Wolf umzugehen! Also wellcome altes Wissen!
Bei mir bleiben alle Schafe ungeschoren.

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