Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

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Maremmano2019
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Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von Maremmano2019 »

Hallo in die Runde,

seit 2019 halten wir 2 HSH, dieses Jahr zogen zwei weitere Junghunde, Wurfgeschwister, zwei Rüden, bei uns ein. Die beiden stammen aus einer Schäferei, mittlerweile 14 Monate alt. Im August haben wir jedem adulten Hund einen Auszubi mit zu den Schafen gegeben, vorher liefen alle zusammen am Haus.
Immer wieder beobachteten wir, dass die beiden jungen Rüden Lämmer jagden und auch Wolle rupften, wir griffen jedes mal ein, unterwarfen die beiden. Der eine verstand es umgehend, der andere leider bis heute nicht, trotz Trainingshalsband (Vibration/akutische Reize). Unsere ersten HSH hatten ein solches Verhalten anfangs ebenfalls gezeigt, ließen es jedoch nach einem heftigen Anschiß sein. Während der Ablammzeit war alles ok, da klärten es die Mutterschafe äußerst konsequent, selbst unsere BCs wurden abgewehrt. Gut, dachten wir, Thema ist durch. Die Lämmer, die langsam selbstständig wurden und sich von der Mutter entfernten, wurden gejagt und gerupft.

Wir sind mit unserem Latein mittlerweile am Ende, haben ihn vor acht Wochen kastrieren lassen, ich habe Tierkommunikatoren mit hinzugezogen - mein Mann will ihn entweder ins Tierheim geben oder anderweitig abgeben.
Die beiden hatten anscheinend keine gute Aufzucht, der eine Rüde, der das Fehlverhalten zeigt, ist dazu von Anfang an der unterwürfigere. Es hatte drei Monate gedauert, bis ich sein Vertrauen gewonnen hatte, Männer, selbst meinen Mann meidet er, soweit es geht. Diesen Hund weggeben, das würde ihn vermutlich völlig verstören.

Seinen "eigentlichen" Job, die Schafe zu beschützen, macht er tadellos. Selbst wenn ihn ein Fremder anpöbelt, lässt er sich nicht beeindrucken.

Vielleicht hat hier noch jemand einen Rat/Tipp für uns.
Amigo
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von Amigo »

Hallo ,
Wir haben zwar 6 Hunde aber keine HSH .
Unser Nachbar hat Pferde, Schafe , Hühner , Enten , 3-4 Straßenhunde und einen Kangal.
Dieser hat den ganzen " Laden " im Griff.
Da laufen frisch geborene Lämmer unter seinem Bauch durch.
Oso ( Bär ) würde es nie zulassen, daß ein anderer Hund " seine Tiere " jagd oder ähnliches.
Deshalb wundert mich als Laie mit HSH , die Nicht Reaktion der anderen.
Maremmano2019
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von Maremmano2019 »

Amigo,

viele arbeitenden noch, entweder als Vollberufsschäfer oder im Angestelltenverhältnis. Ich habe meinen wohlverdienten Winterurlaub, daher konnte ich schon etwas posten. Immer entspannt und bitte nett bleiben :engel1: ;-)
juna123
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von juna123 »

Habt ihr eine Lösung gefunden ?

Ein Schäfer aus der Nähe hatte mal einen ganzen Wurf Rüden genommen. Von 5 „funktionieren“ 2.

Nachdem einer anfing plötzlich die schafe zu beißen, landete er im Zwinger. Ich hab ihn dann aufgenommen und selber wieder „sozialisiert“ + an seine Aufgabe herangeführt.

Danach hatte ich ihn an einen Schäfer aus der Rhön vermittelt. Er sagt mir immer wieder das sei sein bester Hund. Bevor er zu mir kam, kaum denkbar.
Maremmano2019
Beiträge: 5
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von Maremmano2019 »

Moin,
das Lämmerrupfen haben wir in den Griff bekommen. Der Burschi wurde kastriert, ist mit unserem erfahrenen "Altrüden" , vier sehr wehrhaften Mutterschafen und unserem Zuchtbock, der seine Mädels verteidigt, den ganzen Winter im Solarpark gelaufen. Anfangs lief der Jungrüde einige Male etwas "unrund", gab wohl eine erzieherische Maßnahme seitens der Schafe. Ein Schaf hatte gelammt, der Burschi hielt immer respektvollen Abstand.
Aktuell läuft das HSH-Gespann seit vier Wochen in einer gemischten großen Gruppe von 40 Tieren, alles tutti.

Wir sind wirklich sehr glücklich und dankbar, das unsere letzte Option mit der wehrhaften Gruppe funtioniert hat. Eine Abgabe des Jungrüden wäre sicher schwierig gewesen - für mich und den Hund. Ich habe sehr viel Arbeit und Zeit, alleine in den anfänglichen Vertrauensaufbau investiert, und hänge sehr an dem Kerlchen.
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von KABA »

Das hört sich doch gut an - danke für die Rückmeldung!
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von SchnuckenschäferROW »

Moin,
Dir ist aber hoffentlich auch klar, dass das Rupfen altersbedingt aufgehört hat und nicht weil er kastriert wurde, bzw. von dem Mutterschaf oder dem Altrüden was auf die Mütze gekriegt hat?!

Viele Junghunde machen das im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Besonders, wenn sie mit Altersgenossen zusammen stehen, dann steigt das Risiko enorm. Manche machen es nur ein oder zweimal, manche brauchen länger, oder manche machen auch garnichts oder schlimmeres. Je nach seiner betrieblichen Struktur muss man dann darauf reagieren. Je mehr Herden und auch HSH, auch in der Ausbildung man hat, desto einfacher kann man zwar darauf reagieren, aber umso häufiger kommt es auch vor und im durchgeplanten Tagesablauf nervt das auch unheimlich.
Grundsätzlich gehört sowas aber dazu und so manchen Vierbeiner kann man in der Pubertät genauso an die Wand klatschen, wie den zweibeinigen im eigenen Haus...

Gruß,
Holger
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PrinzB
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Re: Herdenschutzhund rupft Lämmern die Wolle aus

Beitrag von PrinzB »

Genau, das ist altersbedingt und kommt immer mal vor. Bei manchen Hunden passiert es gar nicht oder nur wenige Male und bei anderen über einen längeren Zeitraum.
Auch wir haben schon alle Varianten bei unseren Hunden gehabt. Oft reicht es aus, die Hunde für eine zeitlang aus der Herde zu nehmen. Das kann mal ein paar Tage oder eine Woche sein oder eben auch mal länger. Einen unserer Hunde hatten wir fast ein Jahr extra. Dafür haben wir die Koppeln größer gebaut und geteilt. Auf einer Seite waren die Schafe mit einem Hund und der andere Hund war in der zweiten Hälfte. Wenn wir bei der Herde waren, wurde der Hund immer für kurze Zeit mit dazu gelassen. So blieb der Kontakt zu den Schafen und dem anderen Hund erhalten. Das ist vielleicht nicht ideal, besonders wenn man Probleme mit Wölfen hat aber bei uns hat es funktioniert.

Von diesen neumodischen Trainingshalsbändern halte ich bei HSH nicht viel. Unser Hund war anfänglich etwas irretiert durch die Vibration und die "erste Jagd" wurde auch abgebrochen aber beim zweiten Mal hat ihn das schon nicht mehr interessiert.

Ein Bekannter hatte mal einen Hund, der die Tiere getrieben hat, sobald er außer Sicht war. Dem Hund hat er dann ein Elektrohalsband verpasst und sich heimlich zurück geschlichen. Als der Hund gerade wieder anfangen wollte, hat er ihm einen ordentlichen Schock verpasst und ab da ging es dann.
Auch wenn ich solche Mittel nicht unbedingt gut finde, muss ich doch eingestehen, das diese Probleme durchaus (schnell) lösen können. Allerdings sollte man sich da gut auskennen, um genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, sonst nützt es nämlich nichts. Natürlich erzeugt so ein Elektroschock Schmerz beim Hund aber leiden die Schafe nicht auch unter Schmerzen, wenn Ihnen die Wolle ausgerissen wird oder sie "gebissen" werden?
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