Meine Frau und ich haben über dreißig Jahre auf Teneriffa gelebt, immer mit großem (6000m2) Grundstück, dort aber nie Rasenmähen müssen wegen akutem Wassermangel in den letzten Jahren, fast Null Regen im Winter, erschreckend.
Dann sind wir 2018 aus eben diesem Grund nach Asturien übergesiedelt, ebenfalls wieder ein Haus mit ca. 6000m2 Grundstück, mitten in der grünen Hölle, umgeben von Wald und keine direkten Nachbarn, himmlische Ruhe.
Eigentlich erst letztes Jahr kamen erste Gedanken an Schafe, "Wenn unser Hund mal sterben sollte", aber nichts Konkretes.
Weiterhin wöchentliches Rodeo reiten mit dem Aufsitzmäher.
Und wilde Motorsenseneinsätze am Hang mit Eis-Spikes unter den Stiefel, weil lehmig und rutschig, ich liebe es.....
Dann hatten auf einmal unsere Nachbarn drei Schafe (ein geschenktes, was inkludiert war beim Grundstückskauf, Wohnrecht auf Lebenszeit sozusagen)
Zwei schwarze und ein flauschiges Weißes, letzteres Doris genannt, folgsam wie ein Hund.
Die alte, einheimische Rasse Xaldas, speziell geeignet für das Klima hier (keine Probleme mit den Hufen bei Dauerfeuchtigkeit)
Da kam dann auch irgendwann bei uns der Gedanke, warum Aufsitzmäher, wenn es ein paar vierbeinige Öko-Rasenmäher auch erledigen könnten.
Also zum ersten Mal die Fühler ausgestreckt auf Gebrauchtwaren-Börsen, die auch Tiere vermittelten, aber wir wollten eigentlich nur ein paar Teenies, keine Erwachsenen und vor allem keine Zucht aufbauen, also auch keine Böcke.
Erwies sich als schwieriger als gedacht, die Xaldas streng kontrolliert, weil vor Zeiten schon mal vom Aussterben bedroht.
Fast immer nur mit Hinweis: "Verkauf nur an Käufer mit CEA", einer offiziellen Erlaubnis des Landwirtschaftsministeriums zur Schafhaltung.
Diese dann Anfang Herbst beantragt, dauerte dann bis Dezember (spanische Bürokratie)
Sogar mit Kontrollbesuch des Amtstierarztes.
Derweil schon mal in Eigenregie ein Luxus-Chalet für Schafe auf dem Grundstück errichtet (ohne spanische Bürokratie), wäre sogar für touristische Vermietung geeignet, lediglich die Fußbodenheizung habe ich mir verkniffen
Ende November haben wir dann einen Verkäufer der Rasse direkt im Nachbardorf gefunden, drei Tiere sollten es werden, zwei von 8 Monaten und ein dreijähriges.
Wir haben sie dann schon vor Erhalt der Genehmigung zu uns geholt, weil es laut der Behörde egal wäre, wo der Besitzer der Schafe die Tiere weiden lässt, in dem Fall also rein zufällig auf unserem Grundstück.
Aber es waren auf einmal fünf Schafe, denn zwei waren noch übrig aus seinen bisherigen Verkäufen und sie waren vorher immer zusammen und wären dann alleine geblieben.
Ok, dann halt fünf.
Dann der Kommentar vom Verkäufer, "wahrscheinlich Nachwuchs bei Euren Ende Dezember / Anfang Januar, der Bock war fleißig."
Und tatsächlich, vor einer Woche dann zwei süße Zwerge, nachts geboren. Zum knuddeln.
Die Schafe sind aber immer noch scheu, da nie in direktem Kontakt zu Menschen, dauert wohl noch, immerhin lassen sie sich inzwischen aus der Hand füttern und leicht berühren am Kopf und zeigen auch keinerlei Scheu bezüglich unserer beiden Hunde, gegenseitiges Beschnüffeln wird geduldet.
Und dann gibt es noch ein Sorgenkind, ebenfalls schwanger und ziemlich plötzlich erkrankt, verschleimte Nase, apathisch, Atemnot.
TA kam sofort und hat gehandelt, abschwellendes Mittel gespritzt und Antibiotika, er vermutete Lungenentzündung und war pessimistisch, was die Überlebenschance anging.
Wir haben das Schaf dann in meiner Werkstatt einquartiert, ausgepolstert mit Stroh und warm.
Und am nächsten Tag stand es schon wieder auf allen Vieren und stampfte mit dem Vorderbein herum, aber immer noch klapprig.
Aber scheinbar hat es nochmal die Kurve gekriegt, muss aber noch isoliert bleiben, alleine schon wegen der Antibiotika, die wir ihm noch per Injektion verpassen müssen. Da zahlt sich dann aus, dass meine Frau mal Krankenschwester war, Hintern bleibt Hintern.....
So kommt es, dass statt drei Schafen nun bald 8 hier herumhüpfen werden.
Unser Grundstück werden wir aber noch perfektionieren, sprich doch mit einer Schafs-No-Go Area versehen, also mit Zaun begrenzen, sonst sind bald alle (!) Pflanzen angefressen oder wie von Zauberhand verschwunden, selbst einem Kaktus fehlt schon ein Blatt, liegt davor, mit verdächtigen Fraßspuren. Besonders eins der Teenies ist da absolut skrupellos, "Schutzzaun um eine Pflanze? Hold my Beer"
So, das soll erstmal reichen.
Grüße
Rita und Michael












