3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

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Teppich08
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Registriert: Sa 3. Jan 2026, 20:46

3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

Beitrag von Teppich08 »

Hallo liebe Forumgemeinde

Ich habe aufgrund unseres landwirtschaftlichen Betriebs nur Erfahrung in der Haltung von Kühen.

Ein befreundeter Schafhalter (Coburger Füchse) wäre dankbar um Unterstützung in der Ablammsaison. Ich habe mich dazu bereit erklärt 3 Flaschenlämmer aufzuziehen (falls welche anfallen).
Da ich die Lämmer dann behalten werde und nicht züchten möchte, ist es mir wichtig, dass sie zahm aber auch nicht völlig fehlgeprägt werden.

Wenn nun also 3 Flaschenlämmer hier her kommen, wieviel Zuwendung außerhalb des Fütterns ist dann nötig?

Man hört immer wieder von Windel-Lämmern die mit im Bett schlafen. Ist das notwendig um die "Mutterliebe" zu ersetzen? Also ich meine diesen engen Kontakt rund um die Uhr ?!
Die 3 sind ja nicht alleine sondern sind ja als 3er Clique ständig untereinander in Kontakt.
Oder blöken die dann trotzdem ständig nach mir obwohl sie sich untereinander haben?

Frage 2:
Ist bei Stalltemperaturen mit nicht weniger als 0 Grad eine Wärmelampe nötig, wenn die Lämmer fit sind?

Frage 3:
Welches Mineralfutter bietet Ihr den Lämmer an? Und wie sieht es mit Salzlecksteinen aus?

Frage 4: Falls doch im Haus mal eine Windel notwendig ist: welche Größe nimmt man da?

Frage 5: gibt jemand von Euch noch Tage später nach der Geburt Biestmilchersatz um die Lämmer weiter zu stärken?

Herzlichen Dank bereits jetzt für Eure Antworten :)
Zibble
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Re: 3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

Beitrag von Zibble »

Tja, viele Fragen und die Lämmer sind noch nicht geboren.
Wenn du drei auf einmal kriegst, reichen die sich als Gesellschaft. Eine Bindung an Dich mit Blöken wird trotzdem entstehen, weil du die fütternde Mama bist.
Im Stall brauchen sie eine geschützte Ecke mit viel Stroh. Wärmelampe auf jedem Fall bei <12 Grad.
Biestmilch am besten von der Mutter Aue, oder anderem Schaf. Nach 2 Tagen bringt es nichts mehr Biestmilchersatz zu geben
Du musst einen Tränkeplan für die Lämmer haben und in der ersten Woche auch bereit sein, nachts in den Stall zu stoffeln mit Fläschchen warmer Milch, an den richtigen Sauger denken!
Im Bett musst du die Lämmer nicht haben. Die ersten Tage in der Küche geht schon. Wenn Du sie im Wohnzimmer laufen lassen willst, musst du gucken, welche Windelgrösse passt, kann ich so nicht sagen
Denk an die unterschiedliche Anatomie von Bock und Auenlämmer
Bocklämmer als Flaschenaufzucht werden ab der Pubertät gerne problematisch.
Du weißt hoffentlich, was du dir aufhalst mit der Lämmeraufzucht
Schließlich sollen die Tiere ja leben🙂
Ich habe Schaf und ich weiß warum
juna123
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Re: 3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

Beitrag von juna123 »

Toll, das du dich vorher schon informierst.🤗😃


Sollten die Lämmer komplett fit sein, würde ich sie gar nicht erst mit ins Haus nehmen. Im Stall am besten eine Ecke „bauen“, sodass sie nicht im Zug stehen und es warm haben. Das sie irgendwann anfangen zu „schreien“ nach dir, ist normal und eigentlich auch ein gutes Zeichen (wenn sie nicht schmerzen haben oder Ähnliches). Sobald die Lämmer da sind, solltest du dir einen Tränkeplan aufstellen, die Lämmer werden unterschiedliche Größen/Gewichte haben, sodass sie dann natürlich auch unterschiedliche Mengen bekommen. Ein Tipp hier aus dem Forum für die Milch hat mir am besten geholfen, das Milch-Sahne Gemisch. Vieeeeeelll einfacher als Pulver. In die Milch hatten wir anfangs etwas Traubenzucker gegeben. Zum mineralfutter kann ich leider nicht so viel sagen. Ich nutze eine spezielle „Mischung“, die man einmalig ins Maul gibt. Salz habe ich aber auch erst viel später angeboten (ab 6 Wochen). Unser Flaschenlamm konnte sowieso anfangs sehr lange nicht laufen. Interesse an Salz hatten sie auch erst mit ca. 8-10 Wochen. Und als sie dann mit in der Herde waren, hatten sie dann auch wieder Steine.

Aber wenn die Lämmer bei Mama bleiben, dann haben sie dort ja auch immer 24/7 von Geburt an zur Verfügung.

Sei auf alles vorbereitet, Flaschenlämmer können viel Arbeit bedeuten. Wir hatten letztes Jahr ein sehr krankes und es war Arbeit für die ganze Familie. Inzwischen ist sie bald ein Jahr alt und top fit.😃 Das zweite war gesund und sozusagen pflegeleicht, aber sie wollte natürlich trotzdem immer regelmäßig ihre Milch.

Weil unseres so krank war, hatten wir auch beide relativ lange zuhause und auch in der Wohnung. Dort hatten sie einen abgesperrten Bereich und auf den Boden lagen Wickelunterlagen. Wenn sie mal mit frei gelaufen sind, dann habe ich einfach fix hinterher gewischt.

Manche neigen ja auch anfangs immer zu ein paar Blähungen/Durchfall. Sab Simplex hat uns da oft gute Dienste geleistet.
Amigo
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Re: 3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

Beitrag von Amigo »

Hallo Teppich ,

zu deinem post gehen mir etliche Fragen durch den Kopf . 1 , 2 oder auch 3 Böckchen die ohne Mutter aufwachsen , ohne Tante oder Herde .
Wie verhalten sie sich später einmal ?
Hier hatte mal eine Deutsche , Besitzerin einer kleiner Herde , ein Flaschenkind aufgezogen , die Aue war wohl gestorben . Es lag im ersten Jahr tot auf der Weide .
Obduktion gab´es keine aber ich vermute Jakobs- Kreuzkraut . Haben wir hier recht viel davon .
Es hat sie keiner gewarnt .
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Re: 3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

Beitrag von Elli1 »

Amigo hat Recht.
Bei den Flaschenlämmern sollte mindestens ein erwachsenes Schaf sein und mMn sollten sie alle draußen mit Unterstand groß werden.
Grüße
Monika
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Re: 3 Flaschenlämmer / Menschenkontakt / Aufzucht

Beitrag von KABA »

Ja, gut, dass du dir vor der Anschaffung Gedanken machst!
Aber viele Voraussetzungen sind bei dir ja schon gegeben - du brauchst die Lämmer auf keinen Fall mit ins Haus zu nehmen!
Eine eigene Box im Stall, anfangs mit Rotlichtlampe, auch schon mit einer kleinen Heuraufe, ist genau richtig. Salzleckstein kann auch schon da sein.

Werden die Lämmer alle ungefähr gleich alt sein? Das vereinfacht die Flaschenfütterung, weil sie alle ungefähr die gleiche Milchmenge und Anzahl der Fütterungen bekommen können. Zur Flaschenfütterung gibt es hier gute Anweisungen - wenn du von den eigenen Kühen Milch hast, wäre das die einfachste Variante, die Milch dürfte dann ja fetter sein als "Ladenmilch", die man mit Sahne aufpeppen sollte. Frischmilch oder H-Milch/Sahne ist auf jeden Fall besser als MAT, finde ich. Biestmilch brauchen sie unbedingt gleich nach der Geburt, auch da kannst du Kuh-Biestmilch nehmen, wenn sie nichts von der Mutter bekommen konnten.
Bitte nicht den Fehler machen, zu viel Milch auf einmal zu geben - lieber alle 3-4 Stunden kleinere Mengen (abhängig von der Größe/dem Gewicht der Lämmer), über Nacht kannst du sie dann schlafen lassen.
Anfangs können sie durchaus unter sich bleiben, aber wenn du die Möglichkeit hast, ein älteres, ruhiges Schaf dazu zu bekommen, hast du damit gleich ein "Führungstier" , das den Kleinen vormacht, wie man Heu und festes Futter frisst, oder Wasser trinkt! Das schauen die Lämmer sich ja sonst bei den Müttern ab: was sie frisst, probieren auch die Lämmer - bei meinen tun sie das oft schon in der ersten Woche, obwohl der Pansen dafür ja noch gar nicht ausgelegt ist. Wenn sie keinen "Vorkoster" haben, fangen sie meist erst sehr spät, in Extremfällen gar nicht, an zu fressen, sondern wollen immer nur die Flasche haben!

Welches Geschlecht die Lämmer haben, wirst du wohl nicht beeinflussen können, wenn du sie als Hilfe dem Schäfer abnimmst - das ist eigentlich auch egal. Du willst sie behalten, aber nicht züchten - dann würde ich Bocklämmer unbedingt kastrieren lassen! Damit beugst du gleichzeitig "rüpeligem" Verhalten vor, und die kleinen Jungs fangen gar nicht erst an, sich an anderen (Schwestern oder Menschen) auszuprobieren...
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.
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