Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

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SchäferNoob313
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Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von SchäferNoob313 »

Hallo liebe Schaffreunde! :)
Ich hoffe, ich bin hier im allgemeinen Bereich richtig, ich bin nämlich noch "Neuling" und habe trotz Online- und Offlinelektüre noch ein paar Fragen offen, bei denen mir jemand Nettes mit einer ruhigen Minute und mehr Erfahrung weiterhelfen könnte.
Konkret geht es um die Ouessantschafhaltung.
Ich liebäugele vorrangig wegen des geringeren Flächenbedarfs mit der Anschaffung einer kleinen Herde und frage mich dazu:

1. Ist der oft genannte Mindestbestand von 3 Tieren nur mit mutigen (ggf kastrierten) Böckchen möglich? Unterscheiden die sich tatsächlich so von Auen oder wäre z.B. auch eine gemischte Kleingruppe möglich?

2. Reichen hierzu 1500m2 gute Weidefläche plus Stall aus? (Als Mindestfläche bei Zufütterung, könnte ggf. noch 500-1000m2 zusätzlich lockermachen, wenn es sein muss)

3. Ich lese schon häufiger, dass gerade Kleinschafe ab ca. 6 Jshren Alter Zähne verlieren können. Bei einer deutlich höheren Lebenserwartung will man die Tiere ja nicht einfach irgendwann vor sich hin siechen lassen. Gibt es da bewährte Methoden der "Alternativfütterung", wenn Weiden schwierig wird?

Ich freue mich, wenn jemand auf eine oder mehr Fragen antworten mag, damit wäre mir schonmal weitergeholfen. Ich möchte nur nicht überstürzt Tiere anschaffen, ohne einmal alles durchgedacht zu haben.

Alles Liebe!
mara
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von mara »

Es kommt natürlich auch darauf an, was für eine Wiese.
Ich habe 3000 qm Wiese an bester Lage, Heu kaufe ich für den Winter.
Meine 4 (kleinen) Kameruner schaffen das Gras derzeit nicht annähernd.
Ich habe nur Auen und von Zahnverlust bisher noch nichts bemerkt, die älteste ist 10.
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Gelatom
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von Gelatom »

1. Also Mindestbestand hatte ich am Anfang mit kastriertem Böckchen und zwei Auen, später noch einige Auen dazu. Hat problemlos geklappt, der Hammel war eigentlich der zutraulichste. Was bei nicht kastrierten eher nicht der Fall sein dürfte...wenn ich heute zurückschaue, würde ich zu Anfang gleich 4 oder 5 nehmen, weil wir nach einem Jahr eines verloren hatten und dann die verbleibenden 2 schon immer laut auf der Suche waren bis wir nach ein paar Wochen wieder Ersatz hatten. Da waren sie aber alle noch jung.
Heute haben wir aufgrund Verlust durch Krankheit/Altersschwäche tatsächlich nur noch zwei alte Auen, die aber super zurechtkommen. Eine davon ist sogar blind...wahrscheinlich klappt das aber auch nur weil sie ständig Menschenanschluss haben (sind bei uns am Hof) und Hund und Katzen sind auch ständig dabei..insofern kannst Du bei Schafen generell immer mir Überraschungen rechnen.
Wenn jetzt natürlich irgendwann noch eines gehen muss, müssen wir das andere dann klar irgendwo unterbringen.

2. ja die reichen für Ouessant locker, v.a. wenn Du auch noch Ausweichfläche hast. Heu bzw. Grummeth (2./3. Schnitt) haben meine immer zur Verfügung das ganze Jahr, im Winter wird da natürlich mehr verbraucht, jetzt im Sommer nehmen sie gast nichts davon.

3. Meine Ouessant haben alle so zwischen 5 und 8 die Schneidezähne verloren, Backenzähne haben, soweit ich es beurteilen kann, alle immer behalten.
Die fehlenden Zähne machen keinerlei Problem, die zupfen das Gras dann trotzdem halt mit den Lippen ab. Gut von einem Apfel abbeissen ist halt dann nicht mehr so einfach, aber die kann man ja in kleinen Häppchen schneiden.
Prinzipiell muss man nichts zufüttern, als Leckerli tut es Quetschhafer oder reichhaltiger Schafmüsli (ich habe gute Erfahrung mit Havens Lamm + Schafmüsli). Das kann man dann auch nach Bedarf etwas mehr geben bei älteren Schafen. Meine sind aktuell 16 bzw. 13 Jahre alt und bekommen jeder so eine gute Handvoll am Tag. Bräuchten sie wahrscheinlich aber nicht, sind gut genährt.

Offenstall/Unterstand hast Du? Auch wenn es immer heisst die vertragen rauhes Wetter: Meine sind Weicheier. Die gehen bei Regen und Sturm immer in den Stall :lol:

Keine Frage, Ouessant sind echt klasse und genügsame Schäfchen. Nach langen Jahren muss ich aber auch die Nachteile sehen:
- sie haben leider die Angewohnheit sehr laut zu blöken. Vor allem wenn sie lernen daß dann jemand kommt :o:
- DIe Bewollung ist zumindest bei meinen extrem stark und neigt auch zum Verfilzen gerade um den Hals/Nacken herum, und am Hinterteil/zwischen den Hinterbeinen. Da muss man bis der Scherer kommt, manche selber etwas ausschneiden. Ist aber wohl auch von den Zuchtlinien/Vererbung abhängig, das war unterschiedlich je nachdem wo wir sie her hatten.
Ausserdem sind sie sehr zappelig beim Scheren, aufgrund des geringen Gewichts bleiben die nicht einfach so auf dem Hintern sitzen wie schwerere Schafe...unser Schafscherer "schimpft" da immer...

So gesehen würde ich heute auf jeden Fall andere nehmen, auf jeden Fall Haarschafe. Soay oder Kameruner...ist aber wirklich nur meine persönliche Meinung!
Franken (bei Biertrinkern auch Paradies genannt) ist anders als irrtümlich behauptet keine zu Bayern zählende Region, sondern ein eigener Kontinent, dessen Mittelpunkt MITTELfranken ist.
Der Franke selbst hat statt Blut hämoglobinhaltiges Starkbier.
SchäferNoob313
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von SchäferNoob313 »

Euch schonmal vielen lieben Dank für die Einschätzungen/ Erfahrungsberichte! :) Vom Platz- und Pflegeaufwand her traue ich mir eine Anschaffung auf jeden Fall zu.

Was mir allerdings auch noch nicht ganz klar ist, ist die Verteilung der laufenden Kosten (also nach der Grundausrüstung Zäune, Raufen, Tränke, Klauenschere etc.). Kann mir da noch jemand eine grobe "Hausnummer" an die Hand geben, was eure "normalen" Kosten betrifft?

Was Heu, Stroh, Leckstein, Tierseuchenkasse, Weidenachsaat, Schur- und Klauenpflege jeweils kosten, konnte ich gut recherchieren.

Aber gibt es z.B. Richtwerte für Impfungs- und insbesondere Parasitenbehandlungskosten? Die steht ja wohl auch mehrfach im Jahr an. Und fällt euch sonst ggf. noch ein Posten auf, den ich jetzt komplett übersehen habe?

Sorry für die vielen Fragen :lachma:
mara
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von mara »

Da kann ich Gelatom nur zustimmen, ich hatte ja zuerst auch Ouessants.
Das Scheren war immer schwierig.
1. einen Scherer zu finden für so wenig Schafe
2. der hat dann nur geflucht über die fettige Wolle, das scheren ist schwierig. Meine hatten sogar noch so Glöckchen am Hals wie Ziegen.
Mein Fazit: Nur noch Haarschafe, das ist für mich viel praktischer.
Ich hatte immer einen Bock und mehrere Auen.
Die Böcke wurden immer zahm aber im 2. Jahr dann aggressiv. Dafür waren sie immer problemlos zu Schafen und Lämmern.
Kameruner genau umgekehrt.
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von Elli1 »

Was mir allerdings auch noch nicht ganz klar ist, ist die Verteilung der laufenden Kosten (also nach der Grundausrüstung Zäune, Raufen, Tränke, Klauenschere etc.). Kann mir da noch jemand eine grobe "Hausnummer" an die Hand geben, was eure "normalen" Kosten betrifft?
Mein Wildschutzzaun steht schon knapp 20 Jahre (damals um die 600 € für die 5.000 qm). Von daher keine Ahnung was der heute kosten würde. Such mal im Netz nach Wildschutzzaun und nach Pfosten. Raufen gibt es für kleines Geld, kannst Du aber auch selber machen. Eine Tränke brauchst Du nicht. Da reicht ein Eimer. Als Klauenschere kannst Du eine Gartenschere nehmen. Ein scharfes rundgebogenes Messer zusätzlich ist nicht verkehrt.
Wurmkuren kosten nicht die Welt. Ich zahle für meine 4 Schafe einmal im Jahr um die 20 €. Von sonstigen TA Kosten habe ich keine Ahnung da ich die TÄ bisher nicht gebraucht hatte.
Wenn jetzt natürlich irgendwann noch eines gehen muss, müssen wir das andere dann klar irgendwo unterbringen.
Gelatom, dann viel Glück. Mein letztes (und jüngstes) von den alten Schafen hatte sich nicht an die bereits neuen Schafe gewöhnen können. Trotz das sie noch sehr fit war und gut aussah lag sie ein paar Tage nachdem das letzte der Alten gestorben war morgens tot auf der Weide.
Grüße
Monika
Sybille ist nach PC Problemen jetzt Elli1
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von Nina »

Zu den Zähnen:
Wenn es nur der Verlust der Schneidezähne ist, mag es "so" gehen, aber die neigen, je nachdem wie gut der Züchter / Halter bei seiner Selektion war, leider auch zu Fehlstellungen an den Zähnen. Bei Schafen kann man theoretisch eine Zahnbehandlung wie beim Pferd durchführen lassen, also z. B. Zahnhaken wegraspeln, aber in der Praxis ist das bei den Zwergen nahezu unmöglich wg. dem kleinen Maul.
Unsere Hammel sind überwiegend aufgrund der Zähne nicht älter als 7 oder 8 geworden. Lebensverlängerung um jeden Preis kam für mich aber auch nicht in Frage.
Ohne Köpfchen, ohne Ruhe kriegst du nie was in die Truhe!
(Eigenkreation)
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Re: Schafneuling hat Schaffragen! (Ouessants)

Beitrag von Gelatom »

Elli1 hat geschrieben: Mo 9. Jun 2025, 16:20
Wenn jetzt natürlich irgendwann noch eines gehen muss, müssen wir das andere dann klar irgendwo unterbringen.
Gelatom, dann viel Glück. Mein letztes (und jüngstes) von den alten Schafen hatte sich nicht an die bereits neuen Schafe gewöhnen können. Trotz das sie noch sehr fit war und gut aussah lag sie ein paar Tage nachdem das letzte der Alten gestorben war morgens tot auf der Weide.
Grüße
Monika
Nun der Fall ist doch nun schneller als erwartet eingetreten. Das blinde Schaf musste kürzlich erlöst werden.
Und unerwarteterweise konnten wir heute das letzte Schaf tatsächlich in einer größeren Ouessant-Herde in der Nähe unterbringen!
Daher sind wir jetzt leider schaflos. Andererseits wollten wir ja eh mit der Schafhaltung aufhören.
Also doch irgendwie glückliche Fügung.
Dem Forum bleiben wir aber trotzdem treu!
Franken (bei Biertrinkern auch Paradies genannt) ist anders als irrtümlich behauptet keine zu Bayern zählende Region, sondern ein eigener Kontinent, dessen Mittelpunkt MITTELfranken ist.
Der Franke selbst hat statt Blut hämoglobinhaltiges Starkbier.
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