Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Antworten
Ostfriese
Beiträge: 2
Registriert: Fr 9. Feb 2024, 17:04

Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Ostfriese »

Moin zusammen aus Ostfriesland.
Wir haben uns ein kleines Häuschen mit 1 Hektar Grundstück gekauft, in einem größeren Anbau (Massiv mit Betonboden) sind drei Räume. Zweimal ca. 10m2 und einmal 15m2. Von dem Hektar sind etwa 4000m2 Grünland. Dazu kommen noch etwa 2000m2 leicht bebäumte Flächen. Unter den Bäumen findet sich aber durchaus auch ansehnliches Gras.
Ich möchte schon seid langer Zeit gerne Schafe halten (die dann später auch gemolken werden sollen). Da wir aus Ostfriesland kommen, bietet sich natürlich das Ostfriesische Milchschaf an (habe schon gelesen, dass sich Mixe mit Lacaunen besser eignen würden)
Nun zu meinen Fragen;
- Ich lese immer und überall, dass ostfriesische Milchschafe in dem Sinne keine Herdentiere sind, sondern theoretisch auch einzeln gehalten werden können. Stimmt das? Ist der Herdentrieb nicht wirklich vorhanden? Vom Gefühl her würde ich erstmal mit zwei jungen Muttertieren starten. Diese erstmal ein Jahr so halten (Erfahrungen sammeln) und dann darüber nachdenken, sie decken zu lassen und ggf aufstocken. Heu würden wir zukaufen.
- Fressen die Tiere Bäume (Rinden) an ? Müsste man die Bäume schützen ?
- die Fläche sollte locker reichen für 2 Mutterschafe mit Nachwuchs, oder?

- Seid einiger Zeit besuche ich häufig jemanden, der schon lange Ostfriesische Milchschafe hält (immer so zwischen 5 und 8 Muttertieren), um mehr Erfahrungen sammeln zu können.
Der gute Mann melkt aber leider nicht. Es bietet sich aber für mich an, Tiere von ihm zu nehmen. Das Thema Milchleistung wäre dann aber natürlich nicht wirklich erkennbar oder? Oder liegt es vor allem auch am Futter oder auch viel an der Genetik?

Mir ist klar, dass das ganze mit viel Aufwand und tendenziell einigen Kosten verbunden ist, trotzdem möchte ich dieses Projekt unbedingt starten.
Falls euch noch andere Tipps einfallen, gerne her damit.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Nils
Benutzeravatar
Ms. Jackson
Förderer 2024
Förderer 2024
Beiträge: 384
Registriert: So 6. Aug 2023, 17:41
Wohnort: LK Kassel
Schafrasse(n): 3x Landschaf x Fleischschaf, 3x Suffolk x Schwarzkopf, 1x Texel.
Herdengröße: 7

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Ms. Jackson »

Hallo,

man muss von heute u. früher (vor ca. 30 - 50 Jahren) ausgehen. Ja, man kann Milchschafe u. auch Milchziegen einzeln halten. Heute, würde ich Dir dazu nicht mehr raten, außer Dein nächster Nachbar ist 3 Km entfernt u. schaut Dir nicht ständig in den Stall/Hof. Das Milchvieh sucht dann automatische die nähe des Menschen, OHNE schaden zunehmen. Ich würde heute sogar Milchziegen in Anbindehaltung (Winter) halten. Bin aber von Schaulustigen umzingelt.

Ich würde so anfangen, jetzt ist eine optimale Zeit dafür. Schau mal hier: https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 09-135-565

1,2 Flaschenlämmer für einen kleinen Thaler holen. Bis zu acht Wochen kannst Du die zusammen aufziehen, dann sollte der Bock getrennt werden, mit sichtkontakt zu den Auen. 2025 (Herbst) würde ich die Auen zulassen (decken lassen). Wenn die Auen dann aufeutern (ein Euter bilden), dann kannst Du den Bock schlachten oder verkaufen. Günstiger kommst Du nicht an OFM ran. Lämmer aufziehen ist kein Hexenwerk. Sauberkeit, bringt den Erfolg.

Wenn man Milchvieh melkt (täglich 2 mal), animiert man das Milchvieh zur Milchproduktion. Anständiges Futter sollte man natürlich geben. Wenn man nur den Nachwuchs an dem Milchvieh hat, produziert die Mutter nur soviel, wie der Nachwuchs braucht. Und stellt auch früher die Laktation ein.

Ich habe meine Obstbäume alle mit Kaninchendraht geschützt vor verbiss. Wenn Du nicht soviel Bäume hast, kannst Du auch die Bäume mit eingeweichten Schafkot (Pinselfähig) einpinseln. Ja, das hilft u. hält (bei meinen Schafen) ca. 4 Wochen lang. Danach wiederholen. Hilft aber nicht bei Ur- oder Ziegenartigen Schafen u. Ziegen (!).

VG
Ralf
Landwirtschaft dient allen... :nick:
Ostfriese
Beiträge: 2
Registriert: Fr 9. Feb 2024, 17:04

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Ostfriese »

Moin Ralf. Erstmal danke für deine Antwort.
Es muss ja auch nicht die Einzelhaltung sein, für uns würden aber tendenziell zwei Schafe reichen (also wenn man melkt und die Böcke schlachtet), mehr können es ja immer noch werden. 😁

Zum Thema flaschenlämmer. Ich habe gelesen, dass man eigentlich mit Flaschenlämmern nicht weiter "züchten" sollte. Ist da was dran?
Ich werde von dem Bekannten (momentaner stand) für 6 Monate alte Auen etwa 80 Euro bezahlen, das ist glaube ich auch ziemlich in Ordnung (im Vergleich zu den gängigen Preisen).

Zum Thema Jungbock. Warum würdest du den Bock nach 2 Monaten schon separieren? Wenn du den nun über ein Jahr halten würdest, wie genau würdest du das machen?( Immer im Stall?eigenen Auslaufflächen mit Sicht zu den anderen?)

Ist es theoretisch eine Option Jungböcke (die geschlachtet werden sollen) zu kastrieren? Damit sie weiter mitlaufen können? Oder ist das zu kostspielig? (Bei dem Bekannten von mir werden die Böcke, die schlachtet werden sollen immer knapp ein Jahr alt, das wird ja anscheinend auch sehr unterschiedlich gehandhabt).

In meiner Vorstellung würde ich einen Bock dann dazu holen, oder meine Auen bei dem Bekannten für ein paar Wochen mitlaufen lassen (er holt sich immer einen neuen Bock). Dann müsste ich nicht immer einen Bock mit durchfüttern.

Wenn ich das bis jetzt richtig verstanden habe, kann man die Lämmer ab einer gewissen Zeit nachts separieren und die Mutterschafe dann morgens melken und dann die Lämmer dazu lassen.
Sollte man dann irgendwann auf zweimal melken umstellen, oder besteht auch die Möglichkeit, dies nur einmal täglich zu machen?

Fragen über Fragen, ich bin gerade auch angefangen das Buch "das Milchschaf" von 1983 zu lesen, auch sehr interessant 😁

Liebe Grüße
Nils
Benutzeravatar
Ms. Jackson
Förderer 2024
Förderer 2024
Beiträge: 384
Registriert: So 6. Aug 2023, 17:41
Wohnort: LK Kassel
Schafrasse(n): 3x Landschaf x Fleischschaf, 3x Suffolk x Schwarzkopf, 1x Texel.
Herdengröße: 7

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Ms. Jackson »

Ostfriese hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 20:29 Moin Ralf. Erstmal danke für deine Antwort.
Es muss ja auch nicht die Einzelhaltung sein, für uns würden aber tendenziell zwei Schafe reichen (also wenn man melkt und die Böcke schlachtet), mehr können es ja immer noch werden. 😁

Zum Thema flaschenlämmer. Ich habe gelesen, dass man eigentlich mit Flaschenlämmern nicht weiter "züchten" sollte. Ist da was dran?
Ich werde von dem Bekannten (momentaner stand) für 6 Monate alte Auen etwa 80 Euro bezahlen, das ist glaube ich auch ziemlich in Ordnung (im Vergleich zu den gängigen Preisen).

Zum Thema Jungbock. Warum würdest du den Bock nach 2 Monaten schon separieren? Wenn du den nun über ein Jahr halten würdest, wie genau würdest du das machen?( Immer im Stall?eigenen Auslaufflächen mit Sicht zu den anderen?)

Ist es theoretisch eine Option Jungböcke (die geschlachtet werden sollen) zu kastrieren? Damit sie weiter mitlaufen können? Oder ist das zu kostspielig? (Bei dem Bekannten von mir werden die Böcke, die schlachtet werden sollen immer knapp ein Jahr alt, das wird ja anscheinend auch sehr unterschiedlich gehandhabt).

In meiner Vorstellung würde ich einen Bock dann dazu holen, oder meine Auen bei dem Bekannten für ein paar Wochen mitlaufen lassen (er holt sich immer einen neuen Bock). Dann müsste ich nicht immer einen Bock mit durchfüttern.

Wenn ich das bis jetzt richtig verstanden habe, kann man die Lämmer ab einer gewissen Zeit nachts separieren und die Mutterschafe dann morgens melken und dann die Lämmer dazu lassen.
Sollte man dann irgendwann auf zweimal melken umstellen, oder besteht auch die Möglichkeit, dies nur einmal täglich zu machen?

Fragen über Fragen, ich bin gerade auch angefangen das Buch "das Milchschaf" von 1983 zu lesen, auch sehr interessant 😁

Liebe Grüße
Nils
Hallo Nils,

die Lämmer (Milch erzeugende Betriebe) werden ja weggenommen, weil man die Milch selber verzehren will, oder vermarkten will. Klar kannst Du die Lämmer zur Zucht nehmen. Außer bei Zwillinggeburten von Milchkühen. Die sind unfruchtbar. Der Preis ist ok. Ich zahle für Lämmer bis zu einem Jahr, nie mehr als 150 EURO. Das ist aber meine Regel, es soll im Rahmen bleiben. Für Lammböcke die echt gut entwickelt sind (12 Monate), zahle ich auch mal 180 EURO. Ich möchte ja keine tragende Herdbuchmilchkuh, sondern ein Lamm/Schaf ; ) Du kannst auch 2 Lammböcke u. 2 weibliche Lämmer holen. Das trennen ist deswegen, weil Böcke mit ca. 12 Wochen geschlechtsreif seien können. Auen so mit 4 Monaten. Die Auen 4 Stunden Auslauf, dann die Böcke 4 Stunden (z.B.). Machen Zoologische Einrichtungen auch so. Wenn Du sichere Einzäunungen hast, eine Weide die Auen, eine Weide die Böcke (oder den Bock). Böcke kann man kastrieren, Früher mit Gummiring (habe ich zu Hauf gemacht), ganz früh. Heute kommt der TA mit einer Quetschzange, da werden die Samenstränge gequetscht. Von einem Leihbock würde ich Dir abraten, wegen der Geschlechtshygiene (Krankheitsüberträger). Wenn, ein Jungbock, der noch nie gedeckt hat. Bei Milchziegen, käme bei mir nur eine Besamung in Frage. Bei Schafen sind wir in D noch nicht soweit.

Bei Milchziegen kommen die Lämmer am 1. Tag schon von der Mutter weg. Bei Milchschafen ist das unterschiedlich. Manche lassen die Lämmer 14 Tage bei den Müttern, die anderen trennen schon früher.

Denk bitte daran, das Du Dir MILCHSCHAFE aus Betrieben holst/kaufst, die Medi unverdächtig sind. Obwohl Medi schon recht gut ausgemerzt wurde.

VG
Ralf
Landwirtschaft dient allen... :nick:
Zibble
Förderin 2023
Förderin 2023
Beiträge: 254
Registriert: Fr 7. Jan 2022, 16:16
Wohnort: Baden Württemberg
Schafrasse(n): 2 Merino Damen und 4 Coburger Fuchs Mixe
Herdengröße: 6

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Zibble »

Wir hatten immer OFM auf 4000qm Grundstück.
Immer eine Aue, die zum Decken gebracht wurde. Lammböcke wurden geschlachtet, wenn sie Interesse an der Mutter zeigten. Lämmer waren Einlinge, einmal Vierlinge.
Die Mutteraue war sehr Menschen bezogen und hat Mordsspektakel gemacht, wenn sie meine Mutter sah.
Damals noch wenig Bebauung rundum, so ging es.
Das Futter von unserem Heideland reichte nicht aus. Wir mussten zukaufen, oder fragen, wo wir mähen konnten.
Meine Mutter hat gemolken und sich an Käse versucht. Alles für den Eigenbedarf.
Die Kuh des kleinen Mannes.
Auch ein Schwein und Kaninchen
Tierarzt kann fast nie zum Einsatz. Bei den Schafen kann ich mich gar nicht erinnern.

Lg und viel Erfolg
Ich habe Schaf und ich weiß warum
Fröschchen
Förderin 2024
Förderin 2024
Beiträge: 1250
Registriert: Mo 27. Feb 2017, 16:28
Wohnort: Niederlausitz
Schafrasse(n): Kamerun, Wiltshire, Mules, Herdwick
Herdengröße: 13

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Fröschchen »

Ms. Jackson hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 21:05 Außer bei Zwillinggeburten von Milchkühen. Die sind unfruchtbar.
Nicht GANZ korrekt, habe das Thema grad durch! Durch Agrobiogen testen lassen, da 4 mit BCS ok. wieder nicht gelammt haben:

Kann nur zutreffen bei 2geschlechtlichen Zwillingen, also wenn SIE einen ZwillingsBRUDER hat. Bei Kühen Wahrscheinlichkeit in den 90 er%, bei Schafen eher unter 5 %.

Nur so als Info :wink:
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein. (Albert Einstein)
Benutzeravatar
Ms. Jackson
Förderer 2024
Förderer 2024
Beiträge: 384
Registriert: So 6. Aug 2023, 17:41
Wohnort: LK Kassel
Schafrasse(n): 3x Landschaf x Fleischschaf, 3x Suffolk x Schwarzkopf, 1x Texel.
Herdengröße: 7

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Ms. Jackson »

Fröschchen hat geschrieben: Sa 10. Feb 2024, 17:12
Ms. Jackson hat geschrieben: Fr 9. Feb 2024, 21:05 Außer bei Zwillinggeburten von Milchkühen. Die sind unfruchtbar.
Bei Kühen Wahrscheinlichkeit in den 90 er%
Danke, das war mir bekannt.

Ich kenne aber keinen Milchviehbetrieb (RINDER/KÜHE), die das Risiko eingehen und Zwillinge in die Zucht nehmen. Auch Besamungsstationen, nehmen keine Zwillinge. Die gehen ausnahmslos zum Schlachter oder zum Aufmäster. Bei Milchvieh ein langjähriger Prozess, die gehen als Kalb zum Schlachter. Kalbfleisch ist lecker.
Landwirtschaft dient allen... :nick:
frauke
Beiträge: 71
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 23:29
Schafrasse(n): OFM
Herdengröße: 0

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von frauke »

Bei Milchschafjungböcken als Flaschenaufzucht, kommt es häufiger zu Aggressivität auch Menschen gegenüber. Wenn wir bei Drillingen oder Vierlingen zwei Lämmer wegnehmen mussten, haben wir immer die Böckchen bei der Mutter gelassen. Erstens entwickeln sich die Kleinen besser und zweitens sind die weiblichen Tiere später zahmer und leichter zu melken.

Wir hatten schon Flaschenlämmer, die sich mehr als Hunde fühlten und auch ohne Leine mit uns spazieren gingen. Als wildernde Hunde in unserer Herde waren, flüchteten die Flaschenlämmer zum Nachbarhof und der Bauer informierte uns dann.

Ich würde bei so geringer Zahl auf gar keinen Fall einen Bock, außer der Deckzeit halten. Wir haben unsere Jungböcke spätestens mit 6 Monaten geschlachtet und auch schon mit 4 Monaten von der Mutter getrennt.

Das Ostfriesenfleisch ist im allgemeinen sehr neutral im Geschmack.

Unsere Milchschafe wurden immer mit Kraftfutter dazu gefüttert werden, da sonst keine ordentliche Milchleistung möglich war. Wenn oben nichts rein kommt, kommt unten auch nichts raus.
Ein Ostfriese benötigt auch immer einen Unterstand, im Sommer wie im Winter, da der Bauch normalerweise nicht bewollt ist.

Ich würde nicht unbedingt auf den Kaufpreis achten, da die Aufzucht und der Zustand wichtig sind um hinterher Leistung zu erbringen.

Flaschenlämmer werden gelegentlich verschenkt, da die Schafhalter sich nicht die Arbeit machen wollen. Aber Milchaustauscher und das wirklich
notwendige Aufzuchtfutter sind auch nicht kostenlos.

Es gibt wirklich einige gute Bücher für die Hobby-Milchschafhalter.

Laut Tierschutzgesetz darf man Pommersche Landschafe und Ostfriesische Milchschafe auch als Einzelschafe halten, sie fühlen sich in Großherden nicht wohl und sondern sich gerne ab und suchen die Nähe des Betreuers. Man darf ihnen auf keinem Fall bei jedem Besuch ein Leckerchen mitbringen, so erzieht man laute Tiere.

Viele meiner Bekannten sind auf andere Rassen umgestiegen, da die Ostfriesen ihnen zu anspruchsvoll sind.
Benutzeravatar
Ms. Jackson
Förderer 2024
Förderer 2024
Beiträge: 384
Registriert: So 6. Aug 2023, 17:41
Wohnort: LK Kassel
Schafrasse(n): 3x Landschaf x Fleischschaf, 3x Suffolk x Schwarzkopf, 1x Texel.
Herdengröße: 7

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von Ms. Jackson »

Danke Frauke, für Deinen Sachverstand (!). Mit den Flaschenbocklämmer die aggressiv werden, kann ich nicht beständigen. Gut, meine Zuchtböcke haben das 2. Lebensjahr (bei mir) nie erreicht.

Wie der Name schon sagt, MILCHschaf. Wenn man Milch haben will, muss man, ich sage immer bedarfsgerecht futtern. Kraftfutter ist aber bei vielen Hobby- u. Kleinhalter verpönt. Das sind doch Schafe, die fressen Gras. Wenn es dann noch Gras wäre. Nein, die werden dann auf Flächen gestellt, wo das Gras ein Meter hoch ist. Und dann wird sich gewundert, Mensch, meine Muttertiere haben keine Milch, wie kommt das. Dann wird es vielleicht noch auf das alter der Auen hin geschoben. Oder wenn ich sehe, das OFM eine Größe von einer Skudde haben u. dann noch tragend sind, na ja.

Das selbe ist mit Milchkühen, Legehybriden, Masthybriden. Wenn diese Tiere, die auf Leistung gezüchtet sind, von Luft u. Liebe (minderwertigen Futter) leben sollen, so werden diese Tiere unweigerlich krank. Diesen Tieren das hochwertige Futter zu verweigern (durch falsche Informationen oder Glaubenskrieg), ist für mich Tierquälerei. Der sollte sich ein Stofftier im Garten hinstellen. Natürlich gibt es genügsame Rassen. Aber auch diese brauchen ERHALTUNGSFUTTER. Meine Bruder hatte mit Skudden angefangen, ach was sind die genügsam. ich konnte es nicht mehr hören. Bis eine Aue auf dem Sektionstisch lag. Oh Gott, was ist passiert? Sie ist trotz Wasser, Raufutter u. Mineralien verhungert. Eine Hand voll Hafer (im Winter), hätte sie gerettet. Lernen, kann schmerzlich sein.

Nun kann man diskutieren, ob man Fleisch, Eier, Milch, Leder oder Wolle haben u. brauchen will. Ich sage, JA (!). Und wenn man ja sagt, ja dann muss das Rind/Schaf kalben/lammen. Sonst keine Milch. Und feinstes Leder bekommt man von jungen Kälbern. Eine Legehenne (Hybrid) hat im Eierstock ca. 300 befruchtungsfähige Eier. Wenn die Henne bei guten Lichtverhältnissen u. Futter, fast jeden Tag ein Ei legt, ist die Henne nach 12 Monaten fertig, nicht körperlich, der Eierstock ist leer. Dann werden Rassehühner geholt. Andere Rechnung. Eine Legereife Rasse Junghenne (Schlupf im März), legt von Sept. - Okt., dann geht sie in die Mauser. Die Mauser kann bis zu 12 Wochen dauern. Also legt sie von März - Okt., wenn sie zwischendurch nicht gluckt. Wenn man sie glucken lässt, sind wieder 12 Wochen von der Legeperiode weg. Dann sagen die Hobbyhalter, ja aber meine Rassehennen legen jahrelang. Logisch, mit extremen Unterbrechungen. Bis der Eierstock leer ist. Nur, mit so Hennen kann man kein Geld verdienen.

Ich muss mich bremsen.
Landwirtschaft dient allen... :nick:
Benutzeravatar
KABA
Förderin 2024
Förderin 2024
Beiträge: 878
Registriert: Fr 30. Sep 2016, 20:43
Wohnort: Niedersachsen, LK OHZ
Schafrasse(n): Romanovschafe, Thüringer Waldziegen

Re: Ostfriesisches Milchschaf - Haltungsfrage

Beitrag von KABA »

Vielleicht interessant, aus den Informationen des Niedersächsischen Schafzuchtverbandes:
Flaschenlämmer abzugeben
Schafmelkbetrieb hat ab Mitte März Flaschenlämmer / Absetzlämmer,
Kreuzungen aus Ostfriesischem Milchschaf und Lacaune abzugeben. Die
Lämmer wurden gegen Kokzidien und Chlostridien behandelt.
Interessenten wenden sich bitte direkt an dalhorster@gmx.de oder 0160
99150855
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.
Antworten