Heu machen für Dummies?

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Steffi
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Heu machen für Dummies?

Beitrag von Steffi » So 26. Mai 2019, 08:56

Huhu allerseits,

wir sind bereit für den nächsten Schritt zur Selbstversorgung und wollen zukünftig einen Teil des benötigten Heus für unsere Schafe selbst machen. Hab ich noch nie gemacht und im Netz finden sich zwar 1001 Anleitung, aber alle machen es irgendwie unterschiedlich und ob es Gras-, Heulage oder Pferdeheu werden soll, ist ja auch nochmal ein Unterschied...

Mal die Eckdaten:
Zur Verfügung steht ein Ford 7710 mit 97PS und Frontlader
Geräte müssen alle (gebraucht) angeschafft werden
Zu mähen sind Flächen max. 1ha mit Mähweideneinsaat mit Klee, die im Wechsel gemäht/beweidet werden
Pressen entweder mit (vorerst geliehener) HD-Presse oder im Lohn als Rundballen

Ich hab´s noch so im Kopf, daß gemäht und gezettet wird, abends dann auf Schwad gelegt und morgens wieder gezettet. Wenn´s trocken genug ist, wieder schwaden und pressen.
Nun legen aber scheinbar viele gleich auf Schwad, wenden 2-3x und pressen dann.

Ich hab keine Ahnung, was besser ist? Davon abhängig ist aber, welche Geräte wir anschaffen müssen.
Kreiselmähwerk mit Breitablage + Schwader + Kreiselwender? Der kleine Kreiselmäher, mit dem ich bisher nachgemäht habe, legt gleich auf Schwad, da bräuchte ich dann noch was zum Zetten?

Vielleicht hat ja jemand Lust, so ein kleines "How to..." fürs Heu machen zu tippen?

LG,
Steffi
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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von Stockmann » So 26. Mai 2019, 14:49

Es gibt zwei sehr viel einfachere und kostengünstigere Alternativen: 1. Den Nachbarn bitten die Minifläche mit zu machen oder 2. Die kleine Heumenge zuzukaufen und evtl. Ein paar Tiere mehr halten damit das Gras in der Wachstumszeit nicht überständig wird.
Bei mir bleiben alle Schafe ungeschoren.

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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von Steffi » So 26. Mai 2019, 15:24

Nö, jetzt ist der Schlepper da, jetzt wird der auch genutzt. :mrgreen:

LG,
Steffi
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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von Heumann » So 26. Mai 2019, 17:36

Was willst du ausgeben? Was ist die Gesamtfläche?

Mähen mit vorhandener Technik oder aufrüsten ist eine Frage des Budgets. Normal ist unter Hobbyleuten etwas im Kaliber (Deutz-) Fahr KM 22 +/- oder entsprechende neuere Nachbauten der Dinger. Der Schlepper packt aber deutlich mehr. Frontzapfwelle ist nicht vorhanden, oder? Dann nimm das breiteste für hinten im besten Zustand was zu deinem Portemonnaie passt. Das vorhandene sollte aber eigentlich ausreichen.

Breitablage ist nicht unbedingt nötig.

Ablauf je nach Wetter und Arbeitsfreizeit:
-Durch die Wiesen gehen und versuchen die Rehkitze zu vergrämen,
-nächsten Tag mähen,
-am gleichen oder am nächsten Tag mit hoher Drehzahl das gemähte Gut anknicken und breit verteilen.
-am nächsten Tag mit kleiner Drehzahl lüften.
-vielleicht am nächsten Tag noch einmal lüften.
-Mit einem Schwader in Reihen machen.

Heuwender: Das gleiche Problem wie mit dem Mähwerk. Für den Trecker ist das meiste Spielzeug. Hydraulische Klappung ist lässig, spart aber zu den älteren hydraulischen Wendern keine Arbeitszeit, weil du zum Verriegeln und Sichern doch noch absteigen musst.

Schwader: Ein normaler alter Einkreisel-Schwader reicht. Beim Schwaden für die kleine Presse nur in eine Richtung fahren, bei Schwaden für den Lohnunternehmer immer hoch und runter fahren und so zwei Schwaden nebeneinander zu einem Doppelschwad legen.
Eventuell: Es gibt Kombiheuer. Such mal nach PZ Strela, die vereinen Wender und Schwader. Je nach Fläche ist das auch eine Idee.

Ich kenne keinen, der Nachtschwaden macht. Bei jedem Bewegen des Heus hast du Bröckelverluste. Gerade die besten Blätter fallen dann ab.

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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von Steffi » Mo 27. Mai 2019, 10:31

Kurz- bis mittelfristig können wir erstmal die Geräte vom Nachbarn mitnutzen. Da wir (nicht HALM, Schafe) früher Heu machen wollen als er (HALM, Pferde), kommen wir uns hoffentlich nicht in die Quere, solange das Wetter mitspielt. Von daher können wir in Ruhe schauen, daß wir was gutes Gebrauchtes bekommen.
Gesamtfläche sind ca. 4ha, verteilt auf 3 Flächen, dazu könnte ich noch von ca. 2ha nach Bedarf den 2. Schnitt machen.

Danke für die Anleitung! Wiesen absuchen macht unser Jagdpächter mit seinen Hunden und stellt dann auch Fähnchen auf. Muß ich nur einen Tag vorher Bescheid sagen.

LG,
Steffi
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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von schafbauer » Mo 27. Mai 2019, 11:10

ich glaube die überschrift wird dem Eintrag nicht gerecht.

Ich hätte alles im Lohn machen lassen aber jetzt habt ihr bereits den Traktor. Also Mähwerk, Wender/Kreisler zum wenden des Futters und Schwader. Presse für 1ha würd ich mir nicht besorgen :eek: wenn dann Kleinballen bzw kleine Quaderballen. Das Heu soll hier aber Furztrocken sein, damit es durch den Pressvorgang nicht zu einer Nacherwärmung kommt. Also 2 Tage liegen lassen und dann pressen ist meistens nicht möglich. Bodentrocknung heisst as ganze ohne Belüftung und wird bei mir mindestens 3 Tage so gemacht.

viel erfolg.
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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von schafbauer » Mo 27. Mai 2019, 12:17

recht billig, schnell und im weiteren günstig wäre eine möglichkeit mit Belüftung. Gebrauchte Lüfter bekommt überall nachgeworfen, sowie gebläse. vielleicht 500 euro. ladewagen für so kleines sollte auch maximal 1000euro zu bekommen sein.

man kann dann frisches gras zum füttern einfahren und muss nicht so absolut trocken sein fürs pressen. ich finde auch die qualität bei belüftung am besten.
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Re: Heu machen für Dummies?

Beitrag von PrinzB » Mo 27. Mai 2019, 13:34

@steffi
An deiner Stelle würde ich erst einmal überlegen welche Ballenform/-größe am sinnvollsten für dich ist. D.h. Lagerung bzw. Lagerort, Art der Fütterung, Handhabbarkeit, etc. sollten bedacht werden. Dein Trecker lässt dir ja zum Glück bei der Wahl der Presse freie Hand.
Kleinballenpressen erfordern meist etwas mehr Handarbeit. Es ist aber oft möglich einen Hänger anzuhängen und die Ballen mittels Schurre oder Ballenschleuder direkt beim Pressen aufzuladen.

Wir haben uns damals bewusst für Kleinballen entschieden. Einerseits ist die Handhabung und Portionierung einfacher und andererseits wollten wir das Heu auf dem Boden lagern.
Die Pferde haben z.B. Heunetze im Stall und da kann ich per Hand je zwei Ballen reinstopfen, das sorgt für langsames Fressen und minimiert Futterverluste. Da unsere Schafe ganzjährig draußen sind, können bei Bedarf Ballen im Auto mitgenommen und über die Fläche verstreut verfüttert werden. Wenn es zu feucht ist, kann man auch mal das Fahrzeug irgendwo stehen lassen und mit einem Ballen in jeder Hand ein paar Meter laufen.

Wir machen es seit einigen Jahren so das wir an einer günstigen Stelle der Wiese Palletten auslegen, die Ballen nach und nach zusammenfahren und darauf stapeln. Plane drüber und gut. Die offenen Seiten und die lockere Stapelung sorgen für ausreichend Belüftung. Auf diese Weise sind die Ballen geschützt, schwitzen nicht und wir können das Heu in den kommenden Tagen/Wochen nach und nach ohne Stress heim holen. Es macht zwar insgesamt etwas mehr Arbeit aber beim Heumachen selbst spart es viel Zeit, da nicht jede Fuhre erst nach Hause gefahren werden muss um trocken zu stehen.

Im Hinblick auf einen Schwader kann ich auch s.g. Sternradschwader empfehlen. Die gibt es nicht nur wie früher gezogen (Heuma, o.ä.) sondern auch für den 3 Punkt in verschiedenen Größen. Sie arbeiten sehr sauber und schonen das Futter.

Da hier viel über Artenschutz geredet wird, bringe ich auch mal noch Doppelmesser- und Doppelpleulmähwerke ins Spiel. Diese arbeiten heutzutage auch nahezu verstopfungsfrei und schonen die Tierwelt.

Das Heumachen selbst wurde ja schon ausreichend beschrieben. Nachtschwade werden häufiger im süddeutschen Raum angewendet. Bei unserer Heuma gibt es direkt eine Einstellung dafür, sodass bei einem Arbeitsgang zwei kleine Reihen statt einem großen Schwad gemacht werden können. Wir nutzen das aber auch nicht.

Gruß Marcus

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