Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Stockmann
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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von Stockmann »

Henry hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 07:10
Die Schur von drei, vier oder auch fünf Schafen ist ein Spaß und kein Aufwand. So paar Schafe nackich zu machen - besonders wenns kleine sind - macht eher Spaß und gibt die Möglichkeit, die Gesundheit mal wieder zu kontrollieren.
Seitdem ich aufgehört habe zu spinnen, genieße ich die Spaßfreiheit allerdings mit großer Freude und schmerzfreiem Rücken.😜
Bei mir bleiben alle Schafe ungeschoren.

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Henry
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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von Henry »

Man kann ja gerne das Versuchsdesign angreifen, aber dann sollte man tatsächlich auch Versuche machen. Ich habe letzten Winter schon beim Schlachten handtellergroße Stück aus der Rückenhaut von zu dem Zeitpunkt etwa 9 Monate alten Lämmern geschnitten, im Wind getrocknet und später ein exakt 1x1cm-großes Stück mit dem Cutter aus dessen Mitte geschnitten. Danach habe ich dieses Quadratcentimeterchen in der Mikrowelle nachgetrocknet und dann gewogen. Danach habe ich das trockene Hautstück rasiert und erneut gewogen. Ich kann also im Brustton der Eigenerfahrung sagen, daß meine Kameruner genausoviel Haarmasse produzierten (sogar etwas mehr) wie die Vergleichswollllämmer. Ich gehe davon aus, daß auch die gleiche Energie dazu notwendig war.

Es sollte nicht schwer sein das nachzumachen. Da muß dann nicht mehr spekuliert werden. Wildschweine übrigens haben noch wesentlich mehr Masse an Haaren auf dem Körper, lassen sich aber schneller auszählen.
Henry
der
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mumps
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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von mumps »

Wissenschaftlich haltbar ist diese Aussage nicht, dazu war der Versuch zu winzig

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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von Steffi »

Henry hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 20:33
Wildschweine übrigens haben noch wesentlich mehr Masse an Haaren auf dem Körper, lassen sich aber schneller auszählen.
Und Schmetterlinge erstmal!

Aber back to topic...
Das Vorhaben klingt ja sehr nach dem Wunsch, sich ein persönliches, kleines "Natur-Refugium" zu schaffen. Aus diesem Bereich habe ich viele Leute kennengelernt, die Spaß daran haben, Dinge selbst herzustellen. Und Wolle läßt sich nunmal sehr vielfältig einsetzen. Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden. Der Hinweis auf die notwendige Schur war auf jeden Fall richtig und wichtig!

LG
Steffi
Sheep happens

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Insane
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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von Insane »

Henry hat geschrieben:
Do 5. Dez 2019, 20:33
Wildschweine übrigens haben noch wesentlich mehr Masse an Haaren auf dem Körper, lassen sich aber schneller auszählen.
Dafür aber nicht annähernd so entspannt scheren :wackel:
Das ist kein Heu in meinen Haaren - das ist Schäferglitzer :?:

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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von dicke wolke »

Ich habe auch mit zwei Schafen für die 3000 Quadratmeter Hoffläche angefangen. Es kamen immer mehr Flächen dazu und inzwischen sind es über 20 Schafe mit steigender Tendenz. Uns werden immer mehr Flächen angeboten gerade Streuobstwiesen, Buschland ect. Die Krainer sind ja vom Freßverhalten sehr ziegenähnlich und eignen sich hervorragend für verbuschte Flächen, sogar die Binsen und Diesteln fressen sie.

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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von working-squad »

dicke wolke hat geschrieben:
Fr 6. Dez 2019, 14:50
Ich habe auch mit zwei Schafen für die 3000 Quadratmeter Hoffläche angefangen.
An der Stelle wäre noch zu sagen, dass Schafe das zwar mitmachen, aber alles andere als schön für sie ist. Sie fühlen sich meiner Erfahrung nach aber einer Herdengröße von fünf Tieren wohl.

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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von grauwoller »

Mein Start in der Schafhaltung waren auch 2 Schafe auf 2 kleinen Flächen, die ich im steten Wechsel mit ihnen beweidet habe. Ich bin mir sicher, dass viele Schafhalter mal so angefangen haben, selbst diejenigen, die jetzt so tun, als wenn dies Tierquälerei wäre.
Schaf ist ja auch nicht gleich Schaf, denn mit der richtigen RASSE, kann man auch auf kleinen Flächen artgerechte Schafhaltung betreiben. Mein Starter-Duo waren Milchschafe, ohne dass ich vorher wusste, dass diese Rasse nicht zwingend in grosser Stückzahl gehalten werden muss. Genauso bietet sich die Möglichkeit, die ja hier schon angesprochen wurde, auf kleinwüchsige Rassen (Quessant, Moorschnucke etc) zurückzugreifen, die durch ihren geringen Bedarf an Futter-Menge ermöglichen, dass man auch auf kleiner Fläche eine artgerechte Stückzahl halten kann.
Es ist auf jeden Fall wichtig, auch als Anfänger schon das Optimum für die Schafhaltung im Kopf zu haben, und sich das Ziel zu setzen, die Stückzahl und das Flächenangebot zu erhöhen. Aber Ratschläge für willige Neueinsteiger in die Schafhaltung, die von oben herab so tun, als wenn man sofort mit einer großen Herde anfangen müsste, und alles andere wäre Tierquälerei, sind kontraproduktiv.

Christoph

Heumann
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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von Heumann »

Die Nolana-FS von Grau sollten einen hohen Milchschafanteil haben und sind dadurch auch nicht so die Herdentiere, d.h. Kleinstgruppenhaltung wäre möglich. Und im Gegensatz zu anderen Rassen, die in Deutschland die Schafhaltung retten sollen, haben sie keine Wolle und realistische Kaufpreise! Gut für Schaf und Mensch!

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Re: Rassenwahl für kleine Landschaftspflege

Beitrag von dicke wolke »

Sicher sind nicht alle Schafrassen für Kleinstgruppen geeignet. Die Krainer Steinschafe die ich halte und züchte sind Milchschafe von sehr menschenbezogenen Naturell, die sich sehr gut auch nur zu zweit halten lassen. Und gerade wenn man mit Schafen anfängt uns dann doch feststellt das es die falsche Entscheidung war, ist es leichter zwei Schafe wieder loszuwerden als 5 oder 6, gerade wenn man sie nicht aufessen will.

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