Weidepflege per Schaf

Stockmann
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von Stockmann »

Vor 6 Jahren stand ich vor einem ähnlichen Problem. Die Lösung: https://www.nolana-schafe.de/de-pages/ Pflegeleicht, kein Scheren, gesunde Klauen, meistens genetisch hornlos (kein Verfangen mit den Hörnern im Zaun!) trotzdem sehr zähmbar und schmackhaft. Wenn man letzteres nicht möchte, sind kastrierte Böcke, also Hammel, zu empfehlen. Oder Quessants: Klein und praktisch, müssen allerdings geschoren werden und haben Hörner.
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dicke wolke
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von dicke wolke »

Vielleicht gibt es die Möglichkeit ein paar Schafe auszuleihen, also ihnen deine Flächen zur Verfügung zu stellen, so kannst du auch probieren
ob Schafe das richtige für dich sind. Ich habe gerade vier Bocklämmer bei einer Familie im Nachbarort zu stehen, die überlegen auch eigene Schafe anzuschaffen , So können sie das ausprobieren und wenn es ihnen gefällt bekommen sie nächstes Frühjahr zwei Auen mit Lämmern.
Krainer Steinschafe lassen sich wie andere Milchschafe gut in Kleingruppen halten, sind robust,kleiner als andere Milchschafe, leichtfuttrig, werden sehr zahm, müssen aber 1x im Jahr geschoren werden.
weidepflege
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von weidepflege »

Zunächst einmal vielen Dank für die Ideen und Beiträge!

a) Abgrasen lassen
Ich habe gestern einen Versuch gestartet und höre bis zum Wochenende, ob ich Leihschafe bekommen könnte. Ich würde mich kümmern und hätte ansonsten meine Ruhe - allerbeste Lösung, aber nicht sicher.

b) Heu machen, etc.
Bereits angefragt - unwirtschaftlich.

c) Ponies
Thema bereits von @PrinzB abgeräumt. Ich habe Rehekandidaten. Wenn Ponies Gras fressen sollen, bitte eher Richtung Deutsches Reitpony, aber nicht Richtung Robustrassen denken, denn die vertragen das alle nicht.

d) Mästen/Schlachten
Geht hier nicht wegen veg* Überzeugung.

e) eigene Schafe...
Reicht Schattenbaum nicht aus - muß es ein Unterstand im Sommer sein? Wenn - ist so ein Siepmann-Ding (überdachte Horde) mit Dach sinnvoll oder staut sich da die Hitze bzw. hat man eine Tropfsteinhöhle in kühlerer Zeit?

Selbstverständlich werden die Schafe, wenn angeschafft, auch durchgefüttert - auch dann, wenn es kein Gras im Überfluß gibt. Wenn schon, denn schon. Ich sehe fast schon kommen, daß es Leih-Anfragen bei _mir_ geben wird. Drei Stück, meint ihr? Hammel am besten? Sind die denn untereinander friedlich oder sollen es Tiere aus gleicher Ursprungshaltung sein?

Wegen der Zahmheit - da meine Stücke nicht aneinandergrenzen, muß ich die Schafe transportieren - sie sollten also halfterführig:-; sein oder zumindest so zahm, daß ich sie in den Pferdehänger bekomme. Möglichst allein. Ich bin bereit, das zu üben:-;

Schafscherer gibt es in der Umgebung, habe ich erfahren...

Ich bin wirklich unschlüssig - ich möchte es richtig machen und habe noch keine Vorstellung vom nötigen Aufwand. Grundsätzlich kann ich es ganz gut mit Tieren und bin mit den üblichen Arbeiten vertraut.
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eifelschaf
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von eifelschaf »

Was ist denn das Ziel deiner Überlegungen?
Nur das Futter auf der Wiese nicht zu verschwenden?
Dann würde ich eher überlegen, es zu verpachten o.ä. … Dann hast du in Jahren mit weniger guter Ernte deine Ruhe und sonst auch.

Wenn du Schafe draufstellst, die nichts produzieren, aber regelmäßig Kosten und dazu noch Aufwand bedeuten, ist das wirtschaftlich Unfug. Du machst ein dickes Minus und hast keinen (messbaren) Nutzen. Das kann man nur machen, wenn man die Schafe um ihrer "Schaf sein"-Willen liebt und ihnen dementsprechend Zeit einräumt.

Will dir nicht zu nahe treten, aber mir klingt das aber eher nach Kompromisslösung, nicht nach Plan …
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von weidepflege »

Tatsächlich geht es mir um die Verschwendung. Ich finde es fast anstößig, Futter zu vernichten. Was die Wirtschaftlichkeit angeht - muß nicht gegeben sein. Wo Ponies satt werden, werden auch noch Schafe satt.

Aber Du hast nicht Unrecht - ich mag Tiere gern, selbstverständlich auch Schafe. Aber sie werden hier immer auch Mittel zum (Weidepflege-)Zweck sein und nicht aus reiner Freude am Schaf gehalten. Ich werde ihre Leistung wertschätzen, ihnen bestimmt die Bissen Heu nicht vorrechnen und mich im allgemeinen an ihrer Gegenwart erfreuen.

Ich habe hier um Beratung gebeten, weil mir nicht klar ist, ob sie mit dem, was ich an Zuwendung bieten kann, zufrieden sein werden.
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Henry
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von Henry »

Schafe sind total zufrieden, wenn sie in großer Zahl fressen und manchmal auch saufen können und Böcke für Nachwux sorgen. Sie sind über glücklich, wenn es jemanden gibt, vor dem sie keine Angst haben und der auf sie aufpaßt.

Mehr muß nicht. Schmusen ist eigentlich Ausbeutung.

Ich bin ein Ausbeuter.
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von Stockmann »

weidepflege hat geschrieben: Mi 16. Jun 2021, 16:18 Tatsächlich geht es mir um die Verschwendung. Ich finde es fast anstößig, Futter zu vernichten. Was die Wirtschaftlichkeit angeht - muß nicht gegeben sein. Wo Ponies satt werden, werden auch noch Schafe satt.

Aber Du hast nicht Unrecht - ich mag Tiere gern, selbstverständlich auch Schafe. Aber sie werden hier immer auch Mittel zum (Weidepflege-)Zweck sein und nicht aus reiner Freude am Schaf gehalten. Ich werde ihre Leistung wertschätzen, ihnen bestimmt die Bissen Heu nicht vorrechnen und mich im allgemeinen an ihrer Gegenwart erfreuen.

Ich habe hier um Beratung gebeten, weil mir nicht klar ist, ob sie mit dem, was ich an Zuwendung bieten kann, zufrieden sein werden.
Ist ja ne steile vegane Logik: Futter soll nicht verschwendet werden. Sehr nachvollziehbar! Aber das was die Natur aus dem Futter dann macht, nämlich bestes Fleisch, darf nicht genutzt werden. Wenn eines Tages die Schafe unweigerlich an Altersschwäche sterben, was ist dann aus der Verhinderung der Futterverschwendung geworden? Tell me more! :motz:
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von weidepflege »

@stockmann

Normalerweise streite ich mich nicht über solche Fragen, denn es ist müßig. Jede/r soll so leben und handeln, wie es zu verantworten ist und wenn das geschieht, geschieht schon viel.

So wie Du kann man die Sache ansehen und ich bin nicht eine, die die Fleischqualität gut gehaltener Tiere bestreitet oder gar sagt, daß Fleisch nicht schmeckt. Ich ziehe nicht einmal gegen die Fleischproduktion grundsätzlich zu Felde, wohl aber gegen die industrielle Tierhaltung. Aber ich vermute, die unterstützt niemand unter den Anwesenden.

Ich aber sehe etwas anders - die Natur erzeugt nicht gutes Fleisch, sondern da gibt es ein Lebewesen, das fühlt und leben will genau wie wir auch. Und wenn man diesen Luxus für einige wenige Tiere ermöglichen kann...
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Henry
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von Henry »

Ein typisches Opfertier hat ein typisches Lebensende. Es wird umgebracht und aufgefressen, sobald es zu langsam, schach oder taub ist. Oder Pech hat.

Es gehört auch zum Luxus für dieses Tier, am Lebensende nicht lange leiden und vorher siechen zu müssen. Die Reproduktionsraten sind auf die Lebensdauer der Population abgestimmt. Eine Schafherde ohne Reproduktion ist eine traurige. Eine Schafherde mit Reproduktion halt bald schon keinen Platz und kein Futter mehr.

Gartenlämmer sind da optimal. Jeder schöne Lebenstag ist ein Geschenk für die. Die Schlachtentscheidung traf schon der Verkäufer mit dem Setzen der weißen Marke.

Das Gartenlamm, das Du nicht nimmst, nimmt morgen schon der Viehhandel mit.
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eifelschaf
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Re: Weidepflege per Schaf

Beitrag von eifelschaf »

Ich finde, es hat immer einen etwas komischen Beigeschmack, "natürliche Lebensweise" und "Schaf" in einen Topf zu werfen.
Die Schafrassen, die wir halten, sind vom Menschen für seine Zwecke über die Jahrhunderte passend gezüchtet worden. Für die gibt es keine natürliche Lebensweise ohne Eingreifen des Menschen in Form von Heufütterung, Klauenpflege und Schur.
Eingreifen in ihr Leben ist also zwingend notwendig, damit es ihnen "gut" geht. Bei der Definition von "gut" gehen die Meinungen auch auseinander, wie man hier wieder schön sehen kann.
Und das Thema Lebensende ist so eine Sache. Euthanasie beim Menschen geht gar nicht, aber beim Tier (z.B. Hund und Katze) gehört es gesellschaftlich schon zum guten Ton?! Auch hier die Frage: Was will ich bzw. was ist meiner Meinung nach der beste Weg? Am Schluss "natürlich" sterben lassen? Darüber muss man sich Gedanken machen, bevor die Entscheidung gefällt werden muss.

Hab ich das richtig verstanden, dass du auch noch andere Tiere hast? Wie handhabst du es mit denen?
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