Herdenschutz früher...

Manfred
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Herdenschutz früher...

Beitrag von Manfred » Di 15. Nov 2016, 08:13

Noch nicht so lange her... Hirten in den Karpaten mit Hunden, Äxten und Hacken gegen einen Bären.
https://www.facebook.com/gerd.leder.1/v ... 759659781/

Manfred
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von Manfred » Di 15. Nov 2016, 13:07

Die Wolfsangel. Eine ziemlich grausame Methode.
http://minifossi.pcom.de/Wolfsangel.html

Der Wolfsgarten in Bischofsgrün im Fichtelgebirge:
http://www.wolfsgarten.info/

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seb
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von seb » Di 15. Nov 2016, 16:50

Hallo Manfred,

was ist das? Willst Du uns Anregungen geben? Ich vermute, das brauchst Du nicht, da sind die heutigen Methoden effektiver.
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersac ... f2672.html
Ich bin trotzdem kein Freund dieser Art von Herdenschutz. Da ist nichts von Selbstverteidigung oder Freischützlegende dabei, das ist einfach nur "Totmachen, was mich stört". So gesehen kann ich die historischen Methoden noch eher akzeptieren, weil es um die Existenzgrundlagen der Bauern ging. Selbst bei den übelsten Angriffen in der Jetztzeit geht es nicht ums nackte Überleben. Das werden viele hier anders sehen, aber die sollen sich bitte kritisch prüfen, ob der Wolf ihr Überleben wirklich gefährdet.

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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von Schnuckenlady » Di 15. Nov 2016, 17:11

Seb, Du hast recht. Heutzutage gibt es mit Sicherheit bessere und niht qualvolle Methoden. "Früher" war das vielleicht noch eine Art, aber heute sollten wir das anders können.
Niemand wird verhungern, was nicht heißt, dass es uns nicht besser gehen könnte.
Aber wir, als die möglicherweise intelligentesten Wesen, sollten nicht nur an unseren "Luxus" denken, sondern auch an das, was wir durch Luxus anderen Wesen an Lebensqualität nehmen.
Eine Koexistenz kann nur funktionieren, wenn alle mitmachen. Nicht nur die direkt Betroffenen.
Grüße Schnuckenlady
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von Heumann » Di 15. Nov 2016, 17:38

seb hat geschrieben:So gesehen kann ich die historischen Methoden noch eher akzeptieren, weil es um die Existenzgrundlagen der Bauern ging. Selbst bei den übelsten Angriffen in der Jetztzeit geht es nicht ums nackte Überleben. Das werden viele hier anders sehen, aber die sollen sich bitte kritisch prüfen, ob der Wolf ihr Überleben wirklich gefährdet.
Stimmt. Erst Schafe von den Wölfen fressen lassen und dann gilt: Hartz 4 und der Tag gehört dir. Mit der neu gewonnenen Zeit und Existenzgrundlage kann man dann den ganzen Tag am PC Landwirtschaftssimulator spielen.

Manfred
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von Manfred » Di 15. Nov 2016, 17:41

@seb: Nein. Es geht mir darum zu zeigen, welchen Aufwand unsere Vorfahren betrieben haben, um sich der Wölfe zu erwehren und worauf die Scheu der Wölfe vor Menschen beruhte. Hier in der Gegend haben die Bamberger Bischöfe früher auch großangelegte Wolfsjagenden abgehalten, unter Einsatz der Bevölkerung ganzer Landstriche, um der Plage mit den damaligen Möglichkeiten Herr zu werden. Da waren eben ganze Familien für ihr Überleben auf die Milch ihrer ein oder zwei Ziegen als Eiweißquelle und Nahrung für die Kinder angewiesen. Und die kleinen Kinder, die zu schwerer körperlicher Arbeit noch nicht taugten, waren es, die die Tiere hüteten und beschützen mussten. Was dann wohl auch in Europa ab und zu so endete wie in Indien, wo der letzte größere Menschen-Vorfall der Neuzeit dokumentiert ist, nachdem sich ein Wolfsrüde regelrecht auf Kinder spezialisiert hatte, bis er endlich erlegt werden konnte.
http://www.nytimes.com/1996/09/01/world ... treds.html

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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von Henry » Di 15. Nov 2016, 18:10

Seb, ich spiele mich als Schafschützer auf und sorge dafür, daß die weder hungern müssen noch gefressen werden. Jedenfalls nicht vom Wolf.
Henry
der
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balin
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von balin » Di 15. Nov 2016, 18:37

Die Aufgabe ist einfach "Herdenschutz" und wir schaffen das. Im Kanton Wallis haben sie die gesamten Alpen(Sommerweiden) untersucht auf ihre Eignung für angepassten Herdenschutz. Manchmal geht das überhaupt nicht, aber oft eben doch. Ich muß jetzt schon gigantisch suchen, aber das ist noch nicht so lange her. Beim Kanton Wallis findet man das aber zu 100%, weil der eben zur Hälfte deutschsprachig ist.
Deutschland hat im Verhältnis dazu paradiesische Möglichkeiten.
Ich würde mir auch mal gerne ein paar Berichte über erfolgreichen Herdenschutz zu Gemüte führen.
Das Dumme ist...da passiert nichts und deswegen können sich die Versager in den Vordergrund spielen.
Bei den reisserischen Artikeln wünsche ich mir vor allem Informationen zu den Umständen, die die Wolfsübergriffe begünstigt haben. Nur so können wir lernen. Das Sensationsgehabe ist lolly. Wir wollen in unserem Projekt weiterkommen, nicht irgendwelchen Horrorbedürfnissen nachkommen.
Da unterscheiden sich engagierte Tieralter von lutschenden "Opferlämmern".
Neue Männer(und Frauen) braucht das Land! :)
Natürlich haben wir die schon Ich möchte mal an die gemeinschaftlichen Tugenden appellieren.
Ich behaupte, wir lernen den Job "Wolf" und auch noch ein paar andere mehr.
Im französischen sagt man "bon courage"
Für mich trifft das den Kern der Sache. :)

Manfred
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von Manfred » Di 15. Nov 2016, 19:04

Was mir bei den ganzen Berichten fehlt, ist die finanzielle Entwicklung der betreffenden Betriebe.
Ohne die zu kennen, ist das alles Geschwätz.
Wenn die erfolgreichen Herdenschutzmaßnahmen nicht gleichzeitig die wirtschaftlichen Ansprüche des Betriebs erfüllen, sind sie wertlos. Und was im Revier eines Rudels funktioniert, muss bei einem anderen Rudel oder sonst anderen Voraussetzungen noch lange nicht funktionieren.
Natürlich kann man fast jede Herde gegen fast jedes Rudel schützen, wenn man genug Material- und Personalaufwand betreibt. Aber leben kann man davon als Bauer nicht.

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st68
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Re: Herdenschutz früher...

Beitrag von st68 » Di 15. Nov 2016, 20:12

balin hat geschrieben:Die Aufgabe ist einfach "Herdenschutz" und wir schaffen das. ]...[ Das Dumme ist...da passiert nichts und deswegen können sich die Versager in den Vordergrund spielen. ]...[ Das Sensationsgehabe ist lolly. ]...[ Wir wollen in unserem Projekt weiterkommen, ]...[ Da unterscheiden sich engagierte Tieralter von lutschenden "Opferlämmern". ]...[ Ich behaupte, wir lernen den Job "Wolf" und auch noch ein paar andere mehr.
welche "paar andere jobs" meinst du da? bären? luchse? elche? wisente?

und wen meinst du eigendlich immer mit WIR? MEIN job ist der wolf jedenfalls nicht. war nicht teil meiner ausbildung und keiner hat mit mir einen vertrag über ihn gemacht. ich soll ihn nur bezahlen und mir einen haufen zusätzliche arbeit mit ihm machen.
und welches "Projekt" meinst du mit dem "wir" weiter kommen wollen? wohin weiter denn?

vor ein paar jahren/monaten wurde noch behauptet, dass das was die wölfe inzwischen in deutschland "veranstalten" völlig unmöglich wäre. inzwischen geben sich politsch verantwortliche wolfsfachleute in den medien völlig ratlos, weil sie langsam feststellen, das ihre vorgeschlagenen wolfspräventionsmaßnahmen unbezahlbar/unrealisierbar werden.

und dann klopfst du hier solche sprüche... (s.o.)
balin hat geschrieben:Ich würde mir auch mal gerne ein paar Berichte über erfolgreichen Herdenschutz zu Gemüte führen.
das würde ich auch gern. und nicht nur selektiv ein paar positive beispiele, sondern eine statistische auflistung aller wolfsrisse in viehhaltungen, in denen raubtiere in den letzten 20 jahren zugeschlagen haben. gerne auch alle risse durch hunde, katzen und sonstigen tierschändern.

eine völlig wertungsfreie tabellarische liste, nach einheitlichen kriterien aus ganz (west)europa: wieviele tiere tot/verletzt. von welcher tierart. welcher zaun, in welcher landschaft. von welchem rudel, das schon wie oft nutztiere angefallen hat, oder halt noch nie (genetische abstammung, evnt. von den eltern schon angelernt).
das ganze aufgeschlüsselt nach: eindeutig wolf, wolf kann nicht ausgeschlossen werden, eindeutig hund, ungeklärt. zumindest muß so viel herauszulesen sein, das da ein fuchs ein ganzes folen aufgefressen haben soll, oder ein anderer (räudiger) fuchs kälber aus einem stall gezerrt hätte.

vor allem darf da kein riss unterschlagen werden, nur weil jemand aus einem wolfsbüro die macht hat, das unter den tisch zu kehren, was ihm/ihr nicht gefällt.

ich möchte wetten, das all diese daten, schön fein säuberlich abgeheftet, in diversen ordnern der verschiedenen wolfsbüros lagern. nur eben nicht für die öffentlichkeit zugänglich.

ja ich weiß, es gibt öffentlich zugängliche rissstatistiken. aber die geben mir persönlich zu wenig her und werden nicht ordentlich (zeitnah) gepflegt. und über den wahrheitsgehalt der eintragungen wird ja reichlich gestritten.

solange jedenfalls die verantwortung und deutungshoheit über wölfe in deutschland in den händen von menschen liegt, die nachweislich sämtliche (von kritikern vorhergesagten) entwicklungen abgestritten/ignoriert haben, wird der "Job Wolf" in die pleite führen.
balin hat geschrieben:Neue Männer(und Frauen) braucht das Land! :)
wohl war...

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