Raben

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Schafhüterin
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Raben

Beitrag von Schafhüterin » Di 20. Nov 2018, 15:21

Laut Schätzung töten Raben Tausende Lämmer im Jahr

Über 300 Lämmer einer Landwirtschaftsgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern sollen in diesem Jahr bereits von Kolkraben getötet worden sein. In ganz Deutschland seien es rund Tausend Jungtiere.

https://www.agrarheute.com/land-leben/l ... ahr-549688

Was den noch....? In diesem Frühjahr hat sich auch hier das erste mal ein Kolkrabe während der Lammzeit bis zum Weideaustrieb aufgehalten. :neutral:
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Gelöscht001

Re: Raben

Beitrag von Gelöscht001 » Di 20. Nov 2018, 22:02

Hallo,

vereinzelt haben wir auch Kolkraben. Die laufen zwischen den Schafen rum und picken im Kot, habe ich schon gesehen. Hatte aber noch keine Angriffe auf die Lämmer.

Grüsse
Gelöscht001

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KABA
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Re: Raben

Beitrag von KABA » Di 20. Nov 2018, 22:52

So sehen neugeborene Lämmer aus, wenn sie von Krähen empfangen werden:

Bild

Bild

Bild

Bild

Es waren Vierlinge (deshalb so kleine Lämmer) - nur das letzte hat es überlebt...
Das war schon 2009, und es waren nicht Raben, sondern Krähen, aber das Erbebnis ist das gleiche... :traurig: :keule:
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.

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Re: Raben

Beitrag von alpenblümchen » Di 20. Nov 2018, 23:27

KABA@ mir scheint als ob die lämmer tot geboren sind.

Romanov II
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Re: Raben

Beitrag von Romanov II » Mi 21. Nov 2018, 08:13

KABA@ mir scheint als ob die lämmer tot geboren sind.

das muss nicht sein. Ein Züchterkollege aus MV bereichtet, dass die Raben schon während der Geburt die Lämmer anpicken... Wirklich widerlich. Er hat all die Jahre draussen ablammen lassen und dann aufgestallt, das geht nun nicht mehr.
Und dafür gibts keine Entschädigungszahlungen.... (obwohl Raben auch gechützt sind)

Alle/"die Gesellschaft" redet von Weidetierhaltung, so toll. Aber als Tierhalter in manchen Gebieten muss man sich das überlegen. Auch bezogen auf andere Raubtiere. Schafhaltung dann nur noch im Stall sicher?? Artgerecht???
Grüße von Anne

Es muss nicht immer alles Sinn machen. Oft reicht es auch, wenn es Spaß macht.

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Re: Raben

Beitrag von Manfred » Mi 21. Nov 2018, 08:24

Mir hat schon vor Jahren ein befreundeter Schäfer aus MeckPomm solche Bilder geschickt.
Die Raben haben sich schon vor und während der Geburt auf die Rücken der Mütter gesetzt und den Lämmern während der Geburt die Augen ausgehackt, die Bauchdecken geöffnet und auch den Müttern die Scheiden blutig gehackt.
Er müsste seine Lammungen komplett in den Stall verlegen und hat die Haltung schließlich wegen der Angriffe selbst auf ausgewachsene Schafe aufgegeben.

Nur weil eure lokalen Rabenvögel das nicht machen, heißt nicht, dass es das nicht gibt.
Das Problem ist: Sobald es mal einer gelernt hat, können es bald alle in der Gegend. Sie lernen extrem schnell.

Es haben ja sogar Elstern gelernt, Kühe anzupicken.
Mancher erinnert sich noch an die Pressemeldungen aus Hessen letztes Jahr.
z.B. http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 76221.html

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Re: Raben

Beitrag von Schafhüterin » Mi 21. Nov 2018, 08:54

Der schwarze Besucher, ein recht großer Vetreter seiner Art, hat mich vor kurzem schon besucht.

Im Frühjahr ist er zwischen der Herde herum spaziert und hat sich über die Nachgeburten hergemacht.

Ich wußte mir nicht anders zu helfen und hab ihn etwas abseits vom Winterlager eine Futterstelle eingerichtet, die er auch angenommen hat. So bin ich glimpflich über die Lammzeit gekommen.

Im Frühjahr auf den Weiden, wo die restlichen Schafe abgelammt haben, habe ich ein Trio beobachtet, das wie wild über der Herde umhergeflattert ist. Ich habe dann auf der Weide die Nachgeburten zusammen gasammelt und wieder eine Futterstelle eingerichtet. Sie blieben dann den Schafen fern und haben sich auf die Futterstelle konzentriert.

Das kann aber nicht so weiter gehen...
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Re: Raben

Beitrag von Henry » Mi 21. Nov 2018, 09:50

Die Futterstelle ist der Anfang. Ist die gut angenommen, war Arsen das Mittel unserer Großeltern.
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Re: Raben

Beitrag von schafbauer » Mi 21. Nov 2018, 11:08

Henry hat geschrieben:Die Futterstelle ist der Anfang. Ist die gut angenommen, war Arsen das Mittel unserer Großeltern.

wenigstens jemand schreibs :lachma:

krähen sind die gleichen plagen. in diesem jahr 4 lämmer dadurch verloren. waren bereits 1 woche alt. man sieht immer wieder 1 oder 2 krähen bei den lämmern ganz langsam herumspazieren. kann tage dauern. dann schlafen die lämmer auf der wiese und sie schlagen zu.

der abschuss ist bei uns aufgrund des fehlenden kugelfangs fast unmöglich. auch steigt fast aus jedem loch ein sportler.... ich kann die jäger verstehen.
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:

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Re: Raben

Beitrag von st68 » Mi 21. Nov 2018, 16:25

Schafhüterin hat geschrieben:Der schwarze Besucher, ein recht großer Vetreter seiner Art, hat mich vor kurzem schon besucht.
Vergraule ihn nicht. wenn du Glück hast, gesellt sich eine Rabenfrau zu ihm, und die beiden gründen ne Familie. Wenn die keiner erschießt oder vergiftet, kannst Du dein Revier 20 Jahre mit ihnen teilen.

Stammpaare dulden in ihrem Revier keinerlei Konkurenz. Also wirst du langfristig von marodierenden Jungesellentrupps verschont bleiben. Auch Greifvögel aller Art, besonders Seeadler, haben dann einen schweren Stand. Erfahrene Alttiere machen kaum Ärger. Probleme machen eigendlich immer nur die pubertierenden halbstarken Jungesellen.

Ich hab, als ich noch Ärger mit den Raben hatte, immer das erste tote Lamm der Saison mit reichlich Diesel abgefüllt und liegen gelassen. Spätestens nach dem zweiten aufgehackten Lamm, mochten die Raben kein Lamm mehr.
Schafhüterin hat geschrieben: habe ich ein Trio beobachtet, das wie wild über der Herde umhergeflattert ist.
Stammpaar das einen Eindringling vertreiben wollte?
Schafhüterin hat geschrieben:Ich habe dann auf der Weide die Nachgeburten zusammen gasammelt und wieder eine Futterstelle eingerichtet. Sie blieben dann den Schafen fern und haben sich auf die Futterstelle konzentriert.
In meinem schlimmsten Rabenjahr hab ich wöchentlich zwei Altschafe an Raben verfüttert.
Ablenkfütterungen sind keine Lösung, nur eine kurzzeitige Problemverschiebung. Und Du trainierst sie damit erst recht auf Schafe.

Die einzige dauerhafte Lösung ist, ihnen die Nahrung zu entziehen: keine Nachgeburten, keine kleinen Lämmer, keine Kranken/Schwachen. UND ein schafverschmähendes Stammpaar.

Und kuck Dich um, ob in Deiner Nachbarschaft nicht irgendwo ein schlampig wirschaftender Tierhalter, oder offene Mülldeponie wirtschaftet. Offene Maismieten bieten auch reichlich Futter.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 09084.html
In dieser Sendung wurde ein Outdoorschweinebetrieb gezeigt, der die Massenansammlung von Kolkraben verursachte.
Schafhüterin hat geschrieben:Das kann aber nicht so weiter gehen...
Lass Dir nicht von einem übermotivierten Jäger "helfen", der mal eben irgendeinen der wenigen Raben herausschießt.

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