Ein bißchen Statistik zum Wolf

Ilse
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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Ilse » Di 10. Jul 2018, 07:20

Es ist das Wissen um und die Rücksicht auf die beschränkten Kommunikationsmöglichkeiten in einem Forum. Für einen zünftigen Schlagabtausch ist ein Forum nicht geeignet, es sei denn, man nähme flame wars in Kauf.

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Insane
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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Insane » Di 10. Jul 2018, 07:47

Ilse hat geschrieben:Guten Morgen, @insane,

sollte ich und nicht der Wolf das Problem sein, nehme ich das zur Kenntnis:-). Solange Du Dich einigermaßen an die Regeln des guten Benehmens hältst, ist das für mich auch kein Problem, wenngleich damit auch meine Hoffnung stirbt, durch kluge Gegenrede mehr zu lernen.

Ilse

Äh - noch ein bißchen unkonzentriert. Du schriebst: sie [die Wölfe] ansiedeln und nicht sich [im Forum] ansiedeln. Sollte ich also gar nicht gemeint sein, bitte ich vielmals um Entschuldigung.
Wenn du aus den diversen verlinkten Studien und wissenschaftlichen Arbeiten, die ich allesamt für sehr "kluge Gegenrede" halte, nicht lernen kannst, dann muss ich passen.
Ich halte mich berufsmäßig gern an biologische Erkenntnisse und Wissenschaft und nicht an Wolfsträumereien...
Das ist kein Heu in meinen Haaren - das ist Schäferglitzer :?:

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LuckyLucy
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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von LuckyLucy » Di 10. Jul 2018, 07:49

Für meinen Teil: Ich habe Wölfe noch nie gemocht. Auch zu Zeiten, als man diese Spezies in unseren Breiten nur eingesperrt betrachten konnte und viele Menschen Wolfsmotiv-T-Shirts getragen haben, habe ich diese Tiere nie anziehend oder faszinierend gefunden. Allein ihre Augen - Wölfe schauen extrem unangenehm. Sie sind mir unheimlich. Das ist das eine.

Das andere: Ich möchte niemals Situationen erleben, nach denen Wölfe sich an Nutztieren "bedient" haben, denn meine Empathie für die Tierhalter ist ebenso groß wie das Entsetzen über das, was die "Opfer" und die überlebenden Tiere erlebt haben.


Oder darf man hierzu nur eine Meinung haben, wenn man in der Tiefe der Statistiken zuhause ist? :?:
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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Heumann » Di 10. Jul 2018, 08:50

Ilse hat geschrieben:als glühende Wolfshasser bezeichne [...] ein(e) Wolfsenthusiast(in)
Was sind dann das für unsachliche Kategorien?
Spontan fallen mir nur drei Gruppen ein, die für den Wolf sind. Da sind zum einen diejenigen,
-die mit dem Wolf Geld verdienen, also viele Forscher und natürlich allen voran die Propagandaabteilung des Nabu, die den Wolf super vermarktet.
-dann verstehe ich Förster, die sich vom Wolf als Rehkiller einen hübschen Nutzwald erhoffen (ob das wirklich durch den Wolf klappt, weiß ich nicht. Ich schätze eher nicht)
-und nicht umfassend informierte Menschen. Das kann sein, weil sie entweder sich nur flüchtig durch den Nabu etc. informiert haben oder weil sie einfach dumm geboren sind und/oder auf einer fundamental-religiösen-Tierethikebene denken.

Jeden informierten und denkenden Menschen mit dem Wort "Wolfshasser" abzustempeln ist unpassende Wortwahl.


Die "Wolfshasser" hier haben dir doch jedes pro-Wolf-Argument total zerlegt. Es gibt keine sachlichen pro-Wolf-Argumente! Es gibt bloß "ich habe davon einen direkten privaten/beruflichen Nutzen" oder "ich bin schlecht informiert und freue mich, dass Wölfe den Lauf von Flüssen beeinflussen" oder "der Wolf war vor uns da und hat ein Recht sich hier wieder auszubreiten".

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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Insane » Di 10. Jul 2018, 09:20

Hier auch noch etwas zum Thema Nutzen der Beweidung:
https://m.facebook.com/story.php?story_ ... %2As%2As-R

Es gibt schlicht kein biologisches und rationales Argument FÜR die Ansiedlung eines Spitzenprädators in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft!
Das ist kein Heu in meinen Haaren - das ist Schäferglitzer :?:

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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Ilse » Di 10. Jul 2018, 18:59

Hallo, @LuckyLucy,
LuckyLucy hat geschrieben:Für meinen Teil: Ich habe Wölfe noch nie gemocht. Auch zu Zeiten, als man diese Spezies in unseren Breiten nur eingesperrt betrachten konnte und viele Menschen Wolfsmotiv-T-Shirts getragen haben, habe ich diese Tiere nie anziehend oder faszinierend gefunden. Allein ihre Augen - Wölfe schauen extrem unangenehm. Sie sind mir unheimlich. Das ist das eine.

Das andere: Ich möchte niemals Situationen erleben, nach denen Wölfe sich an Nutztieren "bedient" haben, denn meine Empathie für die Tierhalter ist ebenso groß wie das Entsetzen über das, was die "Opfer" und die überlebenden Tiere erlebt haben.


Oder darf man hierzu nur eine Meinung haben, wenn man in der Tiefe der Statistiken zuhause ist? :?:
Wer bin ich, daß ich Dir vorschreiben wollte, wen Du zu mögen hast?!
Nein, ich verstehe Deine Ansichten und respektiere sie. Vollständig.

Wenn Du den Eindruck hast, Du müßtest irgendwelche Statistiken oder Sonstiges anführen - nein, wirklich nicht. Es tut mir leid, wenn Du den Eindruck hattest.

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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Ilse » Di 10. Jul 2018, 19:52

Hallo, @insane,
Insane hat geschrieben: Wenn du aus den diversen verlinkten Studien und wissenschaftlichen Arbeiten, die ich allesamt für sehr "kluge Gegenrede" halte, nicht lernen kannst, dann muss ich passen.
Ich halte mich berufsmäßig gern an biologische Erkenntnisse und Wissenschaft und nicht an Wolfsträumereien...
möglicherweise denke ich besser von Dir als Du selbst! Ich glaube, daß Du (und auch andere) sehr wohl in der Lage sein würden, sich mit meinen Argumenten in eigenen Formulierungen auseinanderzusetzen. Links auf Studien sind ja nett und machen immer Eindruck, aber wenn wir ganz ehrlich sind, kann sich niemand in der gebotenen Tiefe (incl. Methodenkritik) damit auseinandersetzen, es sei denn, sie oder er arbeite aktuell auf gleichem Gebiet. Anybody volunteers?

Da mir aber an der Sache mehr liegt als an einem "Sieg" in einer Diskussion, erlaube mir, derartige Links nicht für die erwünschte kluge Gegenrede zu halten. Die erwartete ich von Dir (und Anderen). Von euren Erfahrungen, Erkenntnisse und Meinungen würde ich sehr profitieren.

Nun, ja.
Heumann hat geschrieben: Was sind dann das für unsachliche Kategorien?
Einspruch!

Zunächst: nach dem "Wolfshaß" habe ich offen gefragt, ihn nicht unterstellt.
Anlaß waren tatsächlich @insanes Formulierungen - da war von "Flohteppichen" und "Ratten" die Rede und ich habe darin ein Beispiel für die Sprache des Hasses gefunden, die ihrem Objekt jeglichen Respekt versagt. Ich habe mich wirklich erschrocken und überlegt, was ich jetzt tun soll.

Ich weiß, auch aus eigener Erfahrung, daß ältere Gehirnregionen übernehmen, wenn es um starke Gefühle wie Haß geht. Das Großhirn und damit die Fähigkeit sachlich und ausgewogen zu argumentieren, hat dann einfach Pause. In so einem Zustand braucht man keine sachlichen Argumente, sondern eine Möglichkeit, wieder in eine ausgeglichene Gemütslage zu kommen.

(Inzwischen auch linkversessen, habe ich dazu etwas ausgegraben, was vielleicht vergnüglich und interessant ist:
https://gfds.de/events/die-sprache-des-hasses/, hier besonders der zweite Absatz unter "Zum Inhalt"
)
Die "Wolfshasser" hier haben dir doch jedes pro-Wolf-Argument total zerlegt. Es gibt keine sachlichen pro-Wolf-Argumente!
Himmel! Haarerauf!
Ich bin nicht hier, um Wolfspropaganda zu betreiben. Ich achte die Befindlichkeit von allen, die die Wiederansiedlung des Wolfes, in Bedrängnis bringt.

Ich möchte, wenigstens für mich, verstehen, was die Wiederansiedlung bedeutet und dazu muß ich mich mit den Pro- und Contra-Argumenten seriös auseinandersetzen. Wenn dieser Wunsch hier Wolfsbetroffene zu stark emotional beansprucht, verspreche ich, ab sofort zu Wolfsthemen mich nicht mehr verstörend zu äußern oder gleich ganz zu schweigen
Henry hat geschrieben:Ilse, ich hasse Krokodile und Löwen, weil sie Gnüe, Gazellen und Giraffen totbeißen und fies ertränken. Wenn dann paar Büffel die Löwin zertrampeln oder das Zebra dem Krokodil erst das Auge zertritt und dann entkommt, freue ich mich. Diese Freude ist im Menschen angelegt. Wo sie fehlt ist das pathologisch. Und nun denk mal über Wölfe, Schafe, Rehe und Muffel nach ...
.

Kann ich bestens mit leben.

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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Henry » Di 10. Jul 2018, 20:02

... und haste nachgedacht?
Henry
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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Ilse » Di 10. Jul 2018, 22:30

Du überschätzt mich und meine Geschwindigkeit - danke für die Blumen.
Bin langsam im Denken.

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Re: Ein bißchen Statistik zum Wolf

Beitrag von Heumann » Mi 11. Jul 2018, 08:56

Ilse hat geschrieben:Ich möchte, wenigstens für mich, verstehen, was die Wiederansiedlung bedeutet und dazu muß ich mich mit den Pro- und Contra-Argumenten seriös auseinandersetzen.
Ich habe dir die einzigen drei Pro-Argumente genannt (die mir bisher eingefallen sind-gibt es noch mehr?), gegen die man nicht argumentieren kann (das Einkommen hängt vom Wolf ab, Förster will rehfreinen Nutzwald, dummer Mensch redet von Tierrechten). Ob diese drei Argumente jetzt seriös sind, musst du selbst beurteilen.

Wenn mir ein angestellter Propagandist des Nabu erzählte, er liebe den Wolf, weil er dadurch z.B. von Volkswagen Millionen von Euros für Greenwashing erhält, dann kann ich diese Position absolut verstehen.

Wenn ein Förster sagt, es gibt zu viele Rehe und Hirsche in seinem Nutzwald und er erhofft sich durch den Wolf einen rehfreien Nutzwald, dann kann ich das nicht wiederlegen. Nein, wahrscheinlich hat er sogar Recht, bei 20 %+ p.a. wird die Zeit (rein mathematisch, nicht praktisch-realistisch) irgendwann kommen.

Wenn ein dummer Mensch sagt, dass man Wölfe nicht schießen darf, weil der Wolf schon vor uns hier war und auch Rechte hat und vegane Lebensweise die einzig richtige ist und der Straßenverkehr und die Vergewaltiger für Kinder viiiiel gefährlicher sind..., dann ist dem einfach nicht zu helfen.

Alle anderen vermeindlichen pro-Argumente können wir dir zerlegen. Die Selbstregulierung haben wir dir schon zerlegt, du bist aber nicht in der Lage, das zu verstehen oder zu akzeptieren.

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