Geschwollener Maulbereich

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wollversammlung
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Geschwollener Maulbereich

Beitrag von wollversammlung »

Ich habe seit ca. 10 Tagen ein Schaf mit einem stark angeschwollenen Maul, am besten auf dem Foto zu sehen. Es hat vor einigen Wochen gelämmert. Es speichelt und schnauft, ist etwas matt, aber sonst okay, frißt und trinkt. Im Maul ist nichts ungewöhnliches zu sehen. Die Schwellung ist weich und eher schlabberig, warm aber nicht heiß, es hat kein Fieber. Der Tierarzt meint, eine Entzündung kann es nicht sein, wusste mehr aber auch nicht dazu zu sagen. Hat vielleicht von euch jemand eine Idee, was es sein könnte bzw. was ich tun kann oder sollte???
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Insane
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von Insane »

Ohje, die arme Maus. :traurig:
Weil es bei uns gerade eine echte Plage ist: könnte es ein (oder mehrere) Wespenstiche sein? Vielleicht aus Versehen mitgefressen?

Oder ein sehr arger Wurmbefall. Dadurch entstehen manchmal auch solche "Beutel" am Unterkiefer.
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Henry
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von Henry »

Üble Verwurmung? Zahnabszeß? Pseudotuberkulose?
Henry
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SchnuckenschäferROW
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von SchnuckenschäferROW »

100%ig übelste Verwurmung!

Die beiden anderen von Henry genannten Ursachen würde ich erfahrungsgemäß ausschließen!

Schlimm, dass der Tierarzt das nicht erkennt... Und noch schlimmer, dass Dir jemand so ein Tier andreht!!!

Solche Fälle hatten wir hin und wieder auch mal, wenn mal eins beim entwurmen aus dem Treibegang sprang und sich der Behandlung entzog. Irgendwann kriegt man sie dann, spätestens in genau diesem Zustand.
Dann keine Experimente mehr machen. Leicht erhöhte Dosis Zolvix (hier gibts anscheinend noch die wenigsten Resistenzen), Vitamin B12-Komplex und Vitamin E-Selen. Sonst kannst Du geben was Du willst, wenn die Spurenelemente nicht stimmen, kann auch Wurmkur nicht wirken.
Endzündungshemmer gegen die Schwellung wie Kortison, kannst Du Dir sparen, wirkt hier nicht.

Nach der Behandlung nicht wundern, bis der ausgeprägte Flaschenhals abklinkt, kann es durchaus noch locker zwei Wochen dauern. Gutes Monitoring ist da wichtig. Aufstallen würde ich das Tier nicht, wenn es in sonst akzeptabler Verfassung ist und das Wetter und Futter auf der Weide passt. Die erkennt man selbst ohne Markierung in einer mehrere hundert Tiere zählenden Herde.

Unsere Herden-Oma hatte das dieses Jahr auch mit ihren 13 Jahren und hat sich wieder völlig erholt!
Seelig sind die Bekloppten, denn sie brauchen keinen Hammer!
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wollversammlung
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von wollversammlung »

Aber ich entwurme regelmäßig und das letzte Mal am 6. August. Das war natürlich auch mein zweiter Verdacht (und der vom Tierarzt), aber wegen der Entwurmung Anfang August habe ich den verworfen... Und Mineralien gebe ich zum Hafer dazu.
Wespenstich (war der erste Verdacht) wohl nicht, weil es ja schon einige Tage andauert und nicht abklingt.
Bei Pseudotuberkulose sind es ja scheinbar eher so Knoten/Beulen. Hier ist es weich und schlabberig.
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Insane
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von Insane »

Womit wurde entwurmt?
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KABA
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von KABA »

Hast du mal die Augenschleimhäute angesehen? Theoretisch müssten die sehr blass sein - wenn es der (auch von mir) vermutete starke Wurmbefall ist.
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.
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Henry
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von Henry »

wollversammlung hat geschrieben: Di 25. Aug 2020, 19:55 Aber ich entwurme regelmäßig ...
So lange wie hier schon diskutiert wird, da hättest Du längst das Ergebnis einer Kotprobe aus dem Labor Deiner Wahl.
Henry
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Babs
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von Babs »

wollversammlung hat geschrieben: Di 25. Aug 2020, 19:55 Aber ich entwurme regelmäßig und das letzte Mal am 6. August. Das war natürlich auch mein zweiter Verdacht (und der vom Tierarzt), aber wegen der Entwurmung Anfang August habe ich den verworfen...
Bei vielen Wurmmitteln gibt es inzwischen Resistenzen, d.h., sie wirken nicht mehr.
Deshalb nochmals die Frage: Womit wurde entwurmt?

Schicke eine Kotprobe auf Magen-Darm-Parasiten (frisch aus dem Darm entnommen) z.B. ans
Institut für Parasitologie der Uni Gießen
Untersuchungsantrag


In der Zwischenzeit, während du auf den Befund wartest, kannst du dich schon mal an die Empfehlungen von Schnuckenschäfer halten:
SchnuckenschäferROW hat geschrieben: Di 25. Aug 2020, 17:39 100%ig übelste Verwurmung!

Dann keine Experimente mehr machen. Leicht erhöhte Dosis Zolvix (hier gibts anscheinend noch die wenigsten Resistenzen), Vitamin B12-Komplex und Vitamin E-Selen. Sonst kannst Du geben was Du willst, wenn die Spurenelemente nicht stimmen, kann auch Wurmkur nicht wirken.
Endzündungshemmer gegen die Schwellung wie Kortison, kannst Du Dir sparen, wirkt hier nicht.
Schafe können an massivem Wurmbefall sterben, zudem muss das Schaf muss ein Lamm versorgen und entsprechende Leistung bringen.
Also warte nicht zu.

Grüße
Barbara
"Wo das Glück einmal einkehrt, da greift es leicht um sich." Gottfried Keller
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Re: Geschwollener Maulbereich

Beitrag von Moorschnucke80 »

Auch Leberegel können solch eine Schwellung hervorrufen. Die würde ich dann unbedingt noch mittesten. LG Maren
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